Großer Bericht im Suzuki Magazin über uns

In der Herbstausgabe des Suzuki Way of Life Magazins wurde in einem großen Feature über uns berichtet. Entstanden ist der Bericht auf Basis unserer Kooperation mit Suzuki Austria, die uns nicht nur tatkräftig unterstützt haben, sondern uns auch zur Werkstätte unseres Vertrauens - Ing. Past & Bernhardt im 15. Wiener Gemeindebezirk - vermittelt haben.

 

Wir danken Suzuki Austria an dieser Stelle für die außergewöhnliche Unterstützung und dem Way of Life Magazin für die tolle Berichtertattung!

Hier gibt's den Beitrag zum Download:

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Bericht in der Herbstausgabe des Suzuki Way of Life Magazins
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Die Kleine Zeitung berichtet erneut!

Nachdem Lisa Holzfeind bereits vor der Abfahrt über uns berichtet hatte, erschien nach unserer Rückkehr nun ein kurzer Reisebericht über unsere Erlebnisse und Eindrücke in der Kleinen Zeitung. Nach einem sehr netten Gespräch ein paar Tage vorm Erscheinen des Berichts gestaltete Lisa eine wundervolle Doppelseite im Regionalteil Feldkirchen der Kleinen Zeitung.

Der Artikel kann hier online gelesen werden.

 

Wir bedanken uns bei der Kleinen Zeitung für die Öffentlichkeit die dieser Artikel mit sich bringt und vor allem bei Lisa für das nette Interview und die gelungene Verschriftlichung unseres Interviews.

Zum Artikel gibt es auch eine Fotstrecke. Diese kann hier angesehen werden.

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So ein 6W112 aber auch!

Als wir nach über 18.000 km troublegeshootet haben und endlich im sibirischen Ulan Ude angekommen sind hat Flo etwas gesagt, was wohl mehr eine Hoffnung als eine Tatsache ausdrückte (wie wir im Nachhinein bitter feststellen mussten). Er meinte: „Ach herrlich, das permanente umplanen und krisenmanagen hat endlich ein Ende. Ab jetzt brauchen wir nur mehr genießen, uns in die gebuchten Flüge setzen und warten bis wir zuhause sind.“ Oh dear…

Genossen haben wir tatsächlich. Allerdings ganz anders als geplant und viel länger als erwartet, weil wie soll es den anders kommen nach so einer Wahnsinnsreise, als das es eben nicht so kommt wie erwartet.

 

Als wir um 01.00 morgens am Baikal International Airport angekommen sind um für unseren Flug 6W112 mit der Saratov Aviation Division einzuchecken war der Flughafen leer, eisig kalt und von unserem Flug nach Krasnojarsk keine Spur. Als das „Fehlen“ des Fluges um 06.00 Uhr noch immer niemanden zu kümmern schien und für uns bereits klar war, dass wir es mit den gebuchten Verbindungen Krasnojarsk – Moskau – Wien nie am selben Tag nachhause schaffen würden, musste also doch noch mal der hart eingeübte, mittlerweile perfektionierte Troubleshootmodus hochgefahren werden.

Flo war am Telefon gebunden und hatte mittlerweile über die Hotline unserer Buchungsplattform einen Russisch-Dolmetscher in Großbritannien aufgetrieben, der in Kontakt mit der Geschäftsführung der Saratov Aviation Division getreten war, um ein für alle Mal herauszufinden, was denn mit dem Flug 6W112 geschehen war oder noch wird. Man muss sich das mal vorstellen: Am Baikal International Airport war trotz (zugegebenermaßen niedrigfrequentem, aber immerhin) durchgehenden internationalem Flugbetrieb die ganze Nacht niemand aufzutreiben, der nur ein bisserl Englisch spricht. Es braucht eine Buchungsagentur in England, deren Hotline-Mitarbeiterin in Indien sitzt, um einen Russischsprecher aufzutreiben, der in Saratov anruft, um herauszufinden, wann denn ein gebuchter Flug geht, von dem am Flughafen in Ulan Ude niemand weiß. Herrlich! Was für ein Abschluss für die Rally!

Lukas war einstweilen damit beschäftigt im frühmorgens sehr, sehr langsam in die Gänge kommenden Flughafen nach Alternativen zu suchen. Die ersten Ergebnisse, die uns in einer vernünftigen Zeit nach Moskau bringen hätten können, waren allerdings ernüchternd. Direktflüge mit S7 Airlines und Globus Airlines waren bereits voll und so war unsere letzte Hoffnung die Ural Airline, deren Schalter sich mit dem Öffnen allerdings ungut lange Zeit ließ. Ungut deshalb, weil mittlerweile der 6W112 Flug aus dem Nichts heraus und vollkommen unerwartet zum Einchecken geöffnet wurde – mit bereits sieben Stunden Verspätung, aber immerhin. Wir hatten also die Option wie gebucht nach Krasnojarsk zu fliegen, dort höchstwahrscheinlich stecken zu bleiben und auf einen Anschlussflug nach Moskau zu warten oder noch zwei Plätze in der Ural Airline zu ergattern.

 

…und siehe da: Nachdem die des Englischen mächtige, freundliche und gut gelaunte (wahrscheinlich weil sie länger schlafen konnte als ihre KollegInnen) Dame des Ural Air Schalters gute zehn Minuten Codes und Kürzel in ihren Vintage-Terminal klopfte, wurde sie tatsächlich fündig. Es gab noch insgesamt drei freie Plätze am nächsten Flug nach Moskau. Der Haken an dem freudigen Fund: Alle drei Plätze waren Business-Class Plätze, die entsprechend empfindlich teuer waren. Nachdem der Check-In des 6W112 Fluges in 10 Minuten beendet werden würde und das Boarding des Ural Fluges in 15 Minuten beginnen würde, musste zudem eine schnelle Entscheidung her.

 

Letztendlich haben wir die Kröte geschluckt und uns in die Ural Airline eingebucht. Wer fliegt schon Business-Class von Ulan Ude nach Moskau? Außerdem würden wir den Flug fast zur Gänze mit der Buchungsplattform abrechnen können.

So sind wir also kurz danach in der Businesslounge des Baikal Airports gesessen und haben unser (teuer erstandenes) gratis Frühstück genossen. Danach würden wir mit Private Boarding in Style in unser Wohnzimmer im Flugzeug gebracht. Und dort saßen wir dann mit unseren Suzuki Norwegerpullis inmitten von Leuten im Anzug und feinen Schuhen auf unseren breiten Sitzen mit jeglichem vorstellbarem Komfort.

Am Ende sind wir am Abend gut in Wien angekommen und von unseren Lieben am Flughafen abgeholt worden. Es war wunderbar so willkommen geheißen zu werden nach einer so langen Reise!

Tausende Kilometer in einem Kleinwagen über Rumpelpisten um die halbe Welt und dann steigt man zum Heimfliegen in die Business-Class… was für ein verrückter und gebührender Abschluss.

…sind wir mal ehrlich: das ganze Troubleshooting, Umplanen, Alternativen suchen und Krisen managen wird uns abgehen im Alltag, auch wenn wir’s in den letzten Monaten hin und wieder verflucht haben. Es war eine grandiose Zeit!

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We've only bloody done it!

Leute! Kaum zu glauben, aber wir sind über die Ziellinie gefahren! Wohooo!

Russische Grenze 2.0

Nach unserer Nacht im Raucherhotel des Jahrhunderts in Altanbulag mit dem beschwingten Namen "Hotel Delfin", haben wir uns gleich früh am Morgen über die mongolisch-russische Grenze gewurschtelt. Während uns die russischen BeamtInnen wieder mal komplett auseinandergenommen haben, dreimal den Drogenhund durch Cookie gescheucht haben und ganz begierig unser bereits von den KollegInnen in Tashanta ausgedünnte Medikamentensortiment durchwühlt haben, haben wir uns nebenbei schweren Herzens von unseren zwei Benzinkanistern getrennt. Wissend, dass wir sie nicht mehr mit nachhause nehmen werden können, sind wir auf ein Angebot von einem mongolischen Ehepaar an der Grenze eingegangen und haben einen vollen und einen leeren Bundesheerkanister an die beiden verkauft.

Den Benzin im vollen Kanister haben wir schon lange dabei gehabt, außerdem war der Kanister innen rostig und mit Dichtmittel (vom Abdichten in Turkmenistan) durchsetzt.

Zu unserer Verteidigung muss man aber sagen, dass wir Ihnen den Benzin zu einem Spottpreis verkauft haben. Außerdem sind sie munter drauf los gefahren, nachdem sie ihn gleich im Niemandsland getankt haben und es war kein Anzeichen von Problemen mit dem Benzin auszumachen, bis sie mit ihrem Toyota Prius am Horizont verschwunden waren.

Was ist über unsere letzte Einreise in Russland noch zu sagen? Naja... während wir auseinandergenommen (das lieben sie die russischen GrenzlerInnen) wurden, wurde ein französisches Team aus der Normandie seit drei Uhr morgens wegen Tramaldolor verhört.

Sie haben unsere Warnung in der Mongol Rally WhatsApp- Gruppe wohl überlesen, dass man Tramaldolor, Kodein und Ähnliches besser loswerden soll, bevor man nach Russland einfährt. Ansonsten müssen wir (etwas stolz) zugeben, dass unser Wolfschwenger-Einbaumöbel zum ersten Mal entdeckt wurde und wir es öffnen mussten. Immerhin brauchte es 25 (!!) Grenzposten außerhalb der EU vier russische BeamtInnen, um es zu entdecken. Kein guter Track Record für die ganzen GrenzlerInnen entlang unserer Route! Danke liebes ModulMöbel-Team!

Hell Yes!

Durch die südsibirische Herbstlandschaft fahrend, waren wir dann bei strahlendem Sonnenschein recht zügig in Ulan Ude. Die Stadt ist aber echt groß und wir haben recht lang gebraucht um zur Finish Line zu gelangen, aber wie wir dann eingefahren sind!! Nach 17.892 km quer durch Asien - quasi um die halbe Welt - waren wir am Ziel - we have only bloody done it! Hell Yes!

Am Abend wurde Cookie dann noch ausgewählt für das offizielle Mongol Rally Finish Foto zu pausieren. Dann wurde sie mit Bengalischen Fackeln besprüht und wurde von einem Haufen an RallyerInnen erklommen. Sie ging dabei zwar ziemlich in die Knie, hat es aber sehr genossen... und wir beide waren erst stolz :-)

17.892 km Abenteuer waren damit auch zu Ende. Gefeiert haben wir das Ganze dann dann in einer russischen Karaoke Bar, wobei wir das singen Briten und ItalienerInnen überlassen haben. Todmüde und erschöpft von der langen Reise nach Ulan Ude haben wir den ganzen nächsten Tag gleich mal vollkommen verschlafen. Wir waren echt hinüber und haben es lediglich geschafft etwas essen zu gehen und ein bisschen im Auto rumzuräumen. Den gesamten Abend haben wir dann der Aufarbeitung unsres Staus an digitalem Material und des genussvollen Konsums schlechter russischer Musiksender gewidmet.

The hard part

Über die nächsten zwei Tage haben wir uns drum gekümmert, die Rally zu einem runden bürokratischen Abschluss zu bringen und Cookie eine sichere Rückreise per transsibirischer Eisenbahn nach Europa zurück zu senden. Anders als erwartet, war die Bürokratie dabei eher ein Klacks, der schwere Teil war eher das Auto auszuräumen.

Dabei mussten wir uns von einigen Ausrüstungsgegenständen trennen, die entweder zu schwer waren, oder deren Mitnahme schlichtweg nicht möglich war. Vieles konnten wir spenden, anderes wurde von uns im Fluggepäck verstaut, einiges im Auto versteckt (wieder mal setzen wir all, unser Hoffnungen ins Wolfschwenger-Einbaumöbel) oder in letzter Minute verbaut. Ein paar Kleinigkeiten haben wir gleich entsorgt, weil sie Pamir, Altai, mongolischen Steppe und Co. nicht allzu gut verdaut haben.

So haben wir Cookie dann am 7. September am Verladebahnhof im Osten vom Stadtzentrum Ulan Ude's verabschiedet und sie in die Hände der transsibirischen Eisenbahn gegeben. Sie wird nun eine Panorama-Genussreise durch Russland bis nach Europa antreten, wo wir sie in ein paar Wochen abholen werden. Wo genau ist noch unklar, entweder im Baltikum oder vielleicht schaffen wir es sogar sie gleich direkt nach Wien zu bekommen. Auf jeden Fall freuen wir uns, wenn das Team Freewheelin' wieder komplett ist!

Ein ganz herzliches Danke an das 4. Teammitglied: Euch

An dieser Stelle wollen wir uns nochmal bei allen Sponsoren, Freunden, unserer Familie und natürlich unseren Freundinnen für die Unterstützung bedanken! Es hat uns unglaublich Spaß gemacht, euch als unsere Fans zu wissen. Ohne euch, euren Support von zuhause aus und die aufmunternden Worte wäre dieses Abenteuer schlichtweg nicht möglich gewesen. Danke, dass ihr uns über das Live-Tracking nie aus den Augen verloren habt!

Außerdem ist jede Reise gleich nochmal so schön, wenn man sich freut wieder zu den Lieben zurückzukommen! Und auf das freun wir uns jetzt gewaltig!

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Sibirien lässt grüßen

Vorm Heimflug hätten wir noch etwa Zeit Sibirien zu erkunden. Und wo wir schon so nahe dran waren, haben wir uns am "Fenstertag" vor dem Verladen von Cookie noch zum Baikalsee aufgemacht.

 

Wir haben Südssibirien genossen. Es ist definitiv nochmal eine Reise wert. Die in Hülle und Fülle vorhandene unberührte Natur lädt zum Wandern und Campen, Spaziergehen und Entspannen ein. In ihrer Rauheit ist die Landschaft einfach genial und man kann sich gar nicht sattsehen. Besonders die vielen Farben im Herbst machen die Gegend um den See besonders sehenswert.

Wasser oben, unten, überall: der Baikalsee

An einem wunderbar verregneten Tag im sibirischen Frühherbst sind wir zum Baikalsee aufgebrochen. Der See ist rund 160 km von Ulan Ude entfernt und bis zur ersten Ansiedlung -Babushkin-, die das Prädikat Dorf verdient, sind es 180 km. Der See selbst ist mit 1.642 Metern der tiefste und mit mehr als 25 Millionen Jahren der älteste Süßwassersee der Erde. Dieser gewaltig große See hält mehr als 20% (!!) der Süßwasserreserven der Erde. Er ist einfach echt mächtig.

 

Am See haben ein paar entspannte Stunden damit verbracht uns ein paar Dörfer anzusehen, unsere Restln zu verkochen, Kaffee und Tee zu schlürfen und das Seeufer zu erkunden. Es ist sich sogar ein Sprung in den kalten See ausgegangen! Das war zwar eiskalt... aber unbedingt notwendig ;-)

Am Abend haben wir uns dann wieder auf dem Weg nach Ulan Ude gemacht.

Viele kleine und ein riesiger Kopf: Ulan Ude

Die Stadt, in der wir die letzten Tage unserer Reise verbracht haben ist die Hauptstadt der Teilrepublik Burjatien im Südosten Sibiriens. Sie hat rund 400.000 Einwohner und ist damit ein regionales kulturelles, politisches und wirtschaftliches Zentrum. Wie schon Altai nach Zentralasien wirkt Ulan Ude nach der Mongolei richtig europäisch. Bekannt ist sie als Zugknotenpunkt und für einen großen Kopf... mehr dazu gleich...

 

Neben Bürokratie, Ausschlafen und Erholen haben wir uns auch die Stadt ein bissi angeschaut. Was haben wir gesehn?

Karaoke Bar, Hipsterfriseurladen (ja, wir haben es schon wieder getan! Schließlich wollen wir ja geschniegelt und gestriegelt in Wien-Schwechat ankommen!), Verladebahnhof, Innenstadt ... und natürlich den übergroßen Lenin-Kopf. Das monumentale Lenindenkmal am Hauptplatz ist mit einer Gesichtshöhe von 7,70 Metern und etwa 42 Tonnen Gewicht die größte Porträtbüste der Welt. Nach dem Reiterstandbild von Dschingis-Khan in der Nähe von Ulan Bator ist der Leninkopf also die zweite Superlative in einer Woche.

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Auf a Gulasch und a Bier nach Ulan Bator

Nach den Problemen auf der russischen Grenze bei Taschanta, der vierten Reparatur des Benzintanks und 1.700 km mongolischer Idylle und frostigem Wind haben wir es tatsächlich nach Ulan Bator geschafft.

 

Der Name Ulan Bator bedeutet "Roter Recke". Breite Straßen, Regierungs-, Bürogebäude und Plattenbausiedlungen prägen die Stadt. Vierzig Prozent der MongolInnen leben in ihrer Hauptstadt und die Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung sind in jeder Hinsicht extrem. Die Stadt blieb bis 1778 eine Jurtenstadt, deren Standort sich an die 25 Mal verschob. Erst mit dem Bau eines Klosters wurde ihr jetziger Standort dann endgültig festgelegt und erst in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden höhergeschößige Neubauten gebaut.

 

Um alles genau zu erkunden, haben wir uns einen Sightseeing-Tag in der Stadt genommen.

Ankomme, Freitag den 1.

Für uns war Ulan Bator so etwas wie das moralische Finish der Rally... wenn wir es bis hierher schaffen würden, hätten wir es geschafft, so irgendwie war unsere Erwartungshaltung. Und ein bisschen war das Gefühl bei der Ankunft in der Hauptstadt der Mongolei auch so. Aber nur ein bisschen, es musste sich nämlich den Raum mit leichtem Frust über den Verkehr auf der Ost-West-Verkehrsachse, der Peace Avenue, teilen.

Wenn man aus Westen in die Stadt einfährt, ergibt sich schon ohne einen genaueren Blick auf den Verkehr wahrlich kein schönes Bild. Die langgezogene Einfahrt ist gesäumt von alten sowjetischen Kohlekraftwerken und etwas Industrie, die allesamt die Luft schwarz färben. Wenn man das mal hinter sich gelassen hat, dann steckt man auch schon im zähflüssigen Verkehr fest und kämpft sich durch eine Horde von stinkenden Toyotas.

 

Wir hatten dann also allen Grund, in Ulan Bator an- und im netten Danista Hotel untergekommen zu sein. Leider konnten wir den Erfolg am Abend gar nicht mal gebührend feiern, da wir herausfinden mussten, dass an jedem Monatsersten im ganzen Land kein Alkohol ausgeschenkt oder verkauft wird. Und wir haben Ulan Bator doch tatsächlich am ersten September erreicht!

Sightseeing in und um Ulan Bator

Dennoch (oder vl. gerade deshalb!) sind wir am nächsten Morgen munter und vergnügt in den Schnürdlregen Ulan Bators gestartet, um was von der Stadt zu sehen. Als erstes haben wir den Winterpalast des Bogd Khan besucht. Im Palast amtierte mit zeitlichen Unterbrechungen von 1911 bis 1924 der Bogd Khan als höchste religiöse Instanz des Buddhismus in der Mongolei. Heute ist der Komplex ein Museum mit wertvollen Exponaten aus der mongolischen Geschichte.

Nachdem dem Winterpalast haben und einer Stärkung in einem Lokal haben wir uns zum eigentlichen Zentrum der Stadt aufgemacht, dem Süchbaatar-Platz, der vom Parlamentsgebäude, dem Rathaus, dem Haus der Kultur, der Staatsoper, der Mongolische Börse sowie einige moderne Hochhäuser mit Hotels, Restaurants und Geschäften gesäumt wird. Außerdem ist vor dem Eingang des Parlamentsgebäudes eine große Dschingis-Khan-Skulptur. Dschingis Kahn ist in der Mongolei übrigens allgegenwärtig.

Ganz im Zeichen Dschingis Kahns war auch das Nationalmuseum, dass wir danach besucht haben. In mehreren Hallen wird dort die mongolische Geschichte spannend aufbereitet. Das Museum ist einen Besuch wert - allein schon deshalb, weil dort der Anzug des einzigen mongolischen Astronauten zu sehen ist. Auch der Ausflug in die von den Sowjets beeinflusste sozialistische Zeit bis Anfang der 1990er war erkenntnisreich.

Da wir uns nach dem Kulturprogramm dringend wieder etwas erden mussten und der Mongolei für ein paar Minuten entkommen wollten, sind wir ins Café Austria um die Ecke vom Nationalmuseum geflüchtet. Betrieben von einem Wiener und seiner mongolischen Frau ist es ein Stück Wien Mitten Ulan Bators. Nachdem man von einer Vitrine voller Apfelstrudel und anderer Mehlspeisen begrüßt wird, wird man von Schnitzel- und Gulaschduft umhüllt. Man fühlt sich plötzlich wie in einem Wiener Beisl, ganz einfach, weil man es ja auch ist.

Nach einer netten Plauderei mit ein paar Erzählungen über das Leben in der Hauptstadt, hörte unsre Österreich-Strähne aber noch lange nicht auf. In einem mongolischen Restaurant haben wir dann noch Salm-Bräu zu den lokalen traditionellen Speisen getrunken!

Um soviel Österreich zu kompensieren, mussten wir uns dann am Abend noch glatt mit zwei originalen mongolischen Deels ausstatten. Ein Deel ist ein traditioneller Mantel, der in der Mongolei seit mehreren Jahrhunderten getragen wird - uns jetzt eben auch von uns!

Ausgeführt haben wir unsere zwei Deels dann gleich am nächsten Tag beim Besuch des Reiterstandbilds von Dschingis Khan, rund 50 km außerhalb der Stadt in Tsonjin Boldog. Das Standbild ist mit etwa 30 Metern Höhe und 250 Tonnen wirklich monumental. Es steht dazu noch auf einem rund 10 Meter hohen Gebäude mit 36 Säulen, das als Sockel dient. Damit ist es das höchste Reiterstandbild der Welt.

 

Auch wenn's ein bissi mühsam war sich noch zweimal durch den Verkehr auf der Peace Avenue zu kämpfen, war der Besuch beim Standbild die Fahrt wert. Außerdem haben wir so unglaublich viele Daumen-hoch von den MongolInnen bekommen, die uns in unseren schicken Deels gesehen haben!

Letzte Etappe voraus

Neu eingekleidet, kulturell weitergebildet und ausgeruht sind wir dann zur letzten Etappe der Rally ins russische Ulan Ude aufgebrochen. Der Weg dorthin führte über Darchan und die Grenzstadt Altanbulag. Wir haben es in einem Nachmittag und Abend im strömenden Regen bis zur Grenze geschafft und dann in Altanbulag in einem richtigen Raucherhotel übernachtet. Unser Zimmer war ein einziger Aschenbecher.

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Auto Touring berichtet über uns

Die ÖAMTC-Mitgliederzeitschfrift auto touring hat in ihrer letzten Ausgabe über uns berichtet. Nachdem der ÖAMTC uns bereits bei der Routenplanung unterstützt und uns mit viel Material versorgt hat, freut es uns besonders jetzt auch in ihrem Magazin vertreten zu sein!

 

Vielen Dank der ÖAMTC-Redaktion für die Arbeit und an Markus Schauta fürs Vermitteln!

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Auszug - auto touring 09/2017
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Alles Jurte

Vorweg gebührt Lukas' Mutti ein herzliches Danke für den genialen Titel, der einem lieben eMail entstammt und den wir gleich als Aufhänger für unseren Mongoleipost zweckentfremdet haben. Danke!

Abgesehen von der Genialität des Wortspiels, bräuchten wir seit dem Verlassen Russlands aber auch wirklich immer wieder etwas Glück. Eigentlich hat es ja schon angefangen, als wir noch nicht mal als Russland draußen waren:

Lukas' russische Akte

Die Ausreise aus Russland haben uns die RussInnen nämlich richtig schwer gemacht. Also schwer mehr im Sinne von lang und lang mehr im Sinne von mühsam. Ihr könnt euch wahrscheinlich schon ungefähr vorstellen was gemeint ist. Bis wir es überhaupt mal bis zur russischen Grenzkontrolle geschafft haben, sind wir bereits fünf Stunden vor einem Gitterzaun gestanden nur um dann bei der eigentlichen Kontrolle durch die BeamtInnen rausgefischt und einer Sonderbehandlung zugeführt zu werden. Der Grund dafür: eine Packung Tramaldolor in unserem großartigen Medizinsatz, dem wir Ossi verdanken.

Dieses Tramaldolor ist ein in Russland rezeptpflichtiges Medikament, dessen Einfuhr ohne ärztliches Attest illegal ist. Da wir das weder gewusst, noch geahnt haben und sich auch bei der Einreise niemand dran gestoßen hat, war besagtes Tramaldolor nun in unserem Medikamentenpaket, wo es von einem eifrigen Beamten mit viel zu großer Tellerkappe rausgefischt wurde. Der gute Mann hat damit eine bürokratische Kette losgetreten, die seinesgleichen sucht.

 

Nachdem klar war, dass wir illegale Medikamente mitführen, wurden wir mitsamt Auto hinter ein Verwaltungsgebäude geführt, wo wir vorm und hinterm Auto, beim Öffnen der Medikamentenkiste, mit Tramaldolor und beim nachgestellten Auspacken desselben zu Dokumentationszwecken fotografiert wurden. Lukas wurde etwas später dann ins Verwaltungsgebäude geholt wo es dann erst richtig lustig wurde.

In einer Kanzlei mit einem dicken FSB-Ordner (und einem Bund mit einem überdimensionierten Schlüssel auf dem groß BORDER eingraviert war; nebenbei bemerkt) am Tisch wurde er von einem schneidigen Kapitan der Armee auf Russisch über seine Rechte und die Verfassung der Russischen Föderation aufgeklärt. Danach: ca. zwei Stunden Befragungen, Unterschriften, Erklärungen an dessen Ende ein dicker Bericht erstellt wurde. Um die ganze Erfahrung abzurunden, schaute die ganze Zeit über ein skeptischer Wladimir Putin vor weichgezeichneter russischer Flagge aus einem Bild auf Lukas herab. Allesamt war das Ganze eine sehr verstörende aber auch bereichernde Erfahrung für uns. Wer kann schon sagen, dass er eine russische Akte hat und einen klitzekleinen Einblick hinter die Fassaden bekommen hat.

Endlich in der Mongolei!

Erleichtert sind wir dann nach insgesamt zehn Stunden an der Grenze über knapp zehn Kilometer Niemandsland endlich in die Mongolei eingefahren! Die Landschaft hat sich beim Ausfahren aus Russland wieder drastisch verändert und legt mittlerweile die Vermutung sehr nahe, dass die RussInnen ihre Grenzen nach dem Zerfall der Sowjetunion entlang von Nadelwäldern gezogen haben. In der Mongolei war dann nämlich aus damit. Mit endlosen (wirklich endlosen) weiten und mit Masse unberührten Landschaften, die meistens von einem Steppengrün überzogen sind, meistens sehr niedrigen Temperaturen und Frost, viel Wind und extrem dünner Besiedlung ist es wohl eines der rausten Länder der Welt. Mit knapp drei Millionen EinwohnerInnen auf 1,5 Mio. km² ist die Mongolei (nach Grönland) der am dünnsten bevölkerte Staat der Welt. Fast die Hälfte der EinwohnerInnen lebt in der Hauptstadt Ulan Bator. Im Schnitt gibt es an 260 Tagen blauen Himmel und Sonnenschein pur. ...und genau in dieses Land sind wir nun eingefahren und dabei gleich mal von kaltem Wind und einem Landregen begrüßt worden... es war wohl schon Tag 261 am Sonnenscheinkalender.

Um diesen Witterungsverhältnissen zu entkommen haben wir uns entschlossen uns nach Ölgii ins beste Hotel der Stadt (das Doppelzimmer um 17€) zu retten. Das Hotel war zwar ziemlich wild, aber immerhin trocken und halbwegs warm (halbwegs, weil eines von den zwei mit Klebeband zugeklebten Fenstern dann doch nicht ganz zu war). Da im Westen der Mongolei - wie in der Altai-Region in Russland - die kasachische Minderheit sehr stark ist, sind auch die Städte und Dörfer kasachisch geprägt. Dieser Umstand hat uns dann zu einem kulinarischen Glücksgriff verholfen; gespeist haben wir nämlich im türkischen Restaurant Pammukale in Ölgii und zur Abwechslung gab es mal kein gekochtes, sondern gebratenes Fleisch - man würde es nicht glauben, aber das ist auf unserer Reise ein echter Luxus!

Am nächsten Tag sind wir dann Richtung Ulan Bator, das von Ölgii noch mehr als 1.600 km entfernt ist, aufgebrochen. Die ersten ca. zweihundert Kilometer haben uns dabei in Staunen versetzt, dürften wir nicht tatsächlich auf einer brandneuen Straße dahinsausen. Diese, offenbar von chinesischen Firmen gebaute Straße, war dann aber bald zu Ende und ging in herausfordernde Schlamm-Staub-Pisten über, die Cookie wieder mal gehörig durchgeschüttelt haben.Über die nächsten zwei Tage haben wir uns dann auf der Südroute immer weiter nach Ulan Bator entlang gehantelt. Nachdem wir noch einmal kurz exzellente chinesische Straßen befahren dürften, lautete die Devise dann aber Off-road und falls überhaupt befestigte Straßen, dann nur in katastrophal schlechtem Zustand. Uns hat es dermaßen durchgerüttelt, dass es uns die Kisten im Kofferraum sprichwörtlich zerbröselt hat, so viel sind wir durch die Lüfte gesprungen.

Die mongolische Offroaderfahrung sucht übrigens seinesgleichen: Pisten in der Mongolei bestehen aus oft bis zu 20 ineinander verschlungenen Fahrrinnen, die eine Ausdehnung von 100 m bis zu mehreren Kilometern haben. Fährt man darauf, muss man immer nur darauf achten, dass die Himmelsrichtung halbwegs passt. Wenn man merkt, dass man sich in die falsche Richtung zu bewegen beginnt, korrigiert man einfach, indem einfach für ein paar Kilometer querfeldein gefahren wird und die Position wieder halbwegs passt. Jeder so hinter sich gebrachte Kilometer ist ein Gewinn, nämlich einerseits, weil man ihn hinter sich hat und andererseits, weil man dabei durch eine der schönsten Landschaften der Erde brausen darf. Hin und wieder wird dieses Zen-hafte Fahrerlebnis aber durch Furten, Bäche und regelrechte Flüsse unterbrochen, die es zu überqueren gilt. Schafft man das nicht alleine, besorgt man sich am besten einen Traktor, der einen durch die tiefsten und reißendsten Stellen durchzieht. Einmal haben wir auch einen Traktor in Anspruch nehmen müssen, um zwei Flussläufe zu überqueren.

Obwohl man in diesem dünn besiedelten Land streckenweise doch einige Jurten sieht, gibt es ausgedehnte Streckenabschnitte, in denen man über Dutzende Kilometer keine erblickt. Selbst eine größere Dichte an Jurten in der Mongolei bedeutet meist, dass man nicht mehr als eine Jurte alle paar Kilometer sieht. Wie dem auch sei, wir haben diese Einsamkeit genossen und so ein paar mal herrliche Campingspots erwischt für den sich maximal ein paar Tiere in der Nacht interessiert haben. Ansonsten haben wir beim Campen immer eine grandiose Aussicht auf leere Becken, Täler und Berge gehabt.

Das immerwährende Tanktropfen

In diese Idylle hat sich dann auf halben Weg nach Ulan Bator leider wieder einmal stechender Benzingeruch hineingeschwindelt. Wie wir recht schnell festgestellt haben, ist durch die wilden Fahrbahnzustände ein kleiner Haarriss auf der Unterseite unseres Benzintanks entstanden, der wohl ein Überbleibsel der Verbiegung vor der Reparatur in Kasachstan sein dürfte.

 

Insgesamt bräuchte es in zwei Anläufen drei Werkstätten, um das Tropfen in den Griff zu bekommen. Allerdings nicht etwa weil ein undichter Tank ein massives Problem wäre, sondern weil - und das muss man leider sagen - die Mechaniker und Werkstätten mit denen wir zu tun hatten, größtenteils schlichtweg unfähig waren. Beim letzten Reparaturstopp haben wir selbst mehr gearbeitet, als die Werkstattbelegschaft. In Wirklichkeit haben wir von den Werkstätten am Ende immer nur die Hebebühne gebraucht, damit wir zum Tank dazukommen. Wenn man den Tank fünfmal abgebaut gesehen hat ist's keine Kunst mehr selbst Hand anzulegen.

 

Wie auch immer, wir haben den Tank letzten Endes - mittlerweile zum vierten Mal - dicht bekommen und konnten unsere Fahrt nach Ulan Bator benzingestankfrei fortsetzen.

Eindrücke unserer Begegnungen

Als wir so das Land durchquert haben, ist uns aufgefallen, dass Mongolen ein relativ unzugängliches Volk sind. Viele haben eine irgendwie seltsame Art, bei der man nicht recht weiß, woran man denn jetzt eigentlich ist. Vor Freundlichkeit sprudeln MongolInnen selten über. Dabei spürt man keine Unfreundlichkeit, eher überwiegt Skepsis. Zumindest war das unsere Erfahrung. Vermutlich aber ändert sich der Eindruck, wenn man länger im Land ist und man die Menschen besser kennenlernt.

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Altai Schwede

Etwas übermüdet von der kasachischen Ebene, die wir drei Tage lang durchkreuzt haben, haben wir ganz schön Augen gemacht, als wir gesehen haben, was die Region Altai in Russland zu bieten hat.

 

Die Grenze nach Russland haben wir in gewohnter und bewährter Manier am Abend genommen. Das spart uns unter Tags dann Zeit und außerdem ist abends bzw. nachts auf den Grenzen viel weniger los und man ist einen Tick schneller durch.

Die Stadt gleich hinter dem Übergang, Rubzowsk, hat dann auch noch zu später Stunde ein Hotelzimmer für uns parat gehabt und wir sind um halb drei Uhr morgens todmüde eingeschlafen.

Wieder mal haben wir am Morgen den Wecker überhört und zudem auch noch übersehen, dass wir mit der Staatsgrenze nicht nur eine politische, sondern auch wieder mal eine Zeitzonengrenze überquert haben. Das Ergebnis war, dass wir um 13 h weggekommen sind, anstatt um 10.30 h wie geplant. Aber Pläne sind auf unserer Fahrt ohnehin relativ selten aufgegangen. Üblicherweise werden sie gemacht, um dann gleich wieder verworfen zu werden. Man hantelt sich sozusagen von einem Plan zum nächsten, um überhaupt vorwärts zu kommen. Die ganze Rally ist also ein einziger Schlagabtausch der Pläne und nur das garantiert eine gewisse Stetigkeit und hält das notwendige Momentum aufrecht.

 

Wie dem auch sei, was sich uns in Russland bei Tageslicht geboten hat, erstaunte uns: in Rubzowsk haben wir eine nahezu europäische Stadt vorgefunden. Man quert durch nahezu alle Stanrepubliken dieser Erde, ist tausende Kilometer Luftlinie von Europa entfernt, betritt Russland ziemlich genau mittig im Süden und fühlt sich, alsob man gerade über die slowakische Ostgrenze gefahren ist. Kurz gesagt, es fühlt sich plötzlich alles europäisch an und sieht so aus. Das hat uns fasziniert und sollte der europäischen Politik zu denken geben.

Querfeldein durchs Altai Gebirge

Hinter Aleysky ist uns was großartiges passiert: wir haben uns verfahren! Besser gesagt, wir haben eine Abzweigung versäumt und sind erst 30 km später drauf gekommen. Weil wir nicht mehr retour fahren wollten, haben wir uns dann einfach entschieden quer durchs Altai Gebirge zu fahren. Und obwohl das mehr als 200 km Dirtroads für uns bedeutete, haben wir jeden Millimeter davon genossen. Was für eine schöne Gegend!!

Nicht nur, dass die Dirtroads im Altai in einem besseren Zustand sind als die asphaltierten Hauptstraßen in Tajikistan, sie führen auch durch eine grüne Berg- und Talwelt, Sumpflandschaften und anachronistische kleine Dörfer mit schiefen Holzhäuschen. Das Verfahren haben wir wirklich alles andere als bereut. Dorthin wären wir sonst nie gekommen.

 

Lediglich zwei Schockmomente mussten wir inmitten dieser Idylle hinter uns bringen, die es aber beide in sich hatten. Kaum haben wir begonnen auf den auf den Altai-Nebenstraßen unseren Kurs anzupeilen, mussten wir auch schon das erste Mal scharf bremsen und ausweichen. Der Grund: ein Betrunkener ist in seiner Camouflagebekleidung (!!) hinter einer Kuppe (!!) auf der Straße gelegen (!!) und hat tief und fest geschlafen (!!). Um ein Haar hätten wir ihn erwischt!! Nicht mal ein extensives Hupkonzert hat ihn aufgeweckt und erst als wir neben seinem Ohr geklatscht haben, ist er endlich aufgewacht und hat begonnen durch die Gegend zu torkeln, irgendwas zu stammen und sich umzusehen, wo er den überhaupt ist.

 

Etwas später dann die zweite Notwendigkeit zur Vollbremsung: mitten auf der Straße lag nämlich ein riesiger spitzer Stein, in den wir natürlich reingekracht und über ihn drübergeschrammt sind, bis wir ihn letztendlich hinten wieder ausgespuckt haben. Wie durch ein Wunder ist nichts passiert und es hat nur unserem bereits verbogenen Unterbodenschutz vollends deformiert. Weiter hinten am Auto hat er um wenige Zentimeter die Bremsleitungen verpasst und uns stattliche Cuts in den Unterboden gemacht. Als der Stein hinterm Auto zum liegen kam, hatte er Lack und Seilfettspuren, die wohl noch länger von seiner Begegnung mit Cookie zeugen werden.

 

Beide diese Episoden bestätigen die goldenste unserer Rallyregeln, nämlich, dass man der Straße nie vertrauen soll. Niemals. Nie und nimmer. Wenn man sich zu sicher fühlt und das Auge nur für eine Sekunde von ihr nimmt, weil man denkt, dass eh alles in Ordnung ist, dann riskiert man eine Tragödie. Und wie wir an diesem Tag wieder gleich zweimal hintereinander gesehen haben, bewahrheitet sich dieser Grundsatz leider nur allzu oft.

Nach einer Nacht in einem netten Holzhäuschen in Topolnoye dürften wir dann am nächsten Tag noch lange durch die geniale Landschaft des Altai Gebirges fahren. Das Gebirge ist für die Schönheit seiner Landschaft und seine Flora (Berghänge mit Zedern, Kiefern, Lärchen, Fichten und Birken sowie Hochgebirgsweiden und -steppen) bekannt und ein Anziehungspunkt für Bergsteiger und Exkursionen. Und es ist einfach so dermaßen grün nach ein paar Wochen im kargen Zentralasien! Es lässt sich also mit Fug und Recht behaupten, dass neben der politischen und der Zeitzonengrenze auch eine geomorphologische und eine Vegetationsgrenze existiert. War grüne Flora in Nord-Kasachstan eher selten zu erspähen am brettlebenen Horizont, wächst und gedeiht hier alles auf den Berghängen.

Durch das Gebiet, das wir durchfahren haben, fließt zum Teil der Fluss Katun, der den grünen Hängen zudem einen dezenten mitteleuropäischen Touch gibt. Flo hat es so ausgedrückt: Wenn man eine chinesische Firma damit beauftragen würde Österreichs Naturlandschaften nachzubauen, dann würde das Altai Gebirge mit dem Katun dabei herauskommen.

Wir zwei Kosch-Agatscher Tourismusbeauftragten

Interessant war's dann auch aus dem Gebirge wieder langsam rauszufahren und in die Tschuja-Steppe zu kommen, an deren Anfang das ausgedehnte Gebirgsdorf Kosch-Agatsch liegt. Das Gebiet um den Ort gehört zu den trockensten und im Winter kältesten im Altai. Die gemessene absolute Minimaltemperatur betrug –62 Grad Celsius. Direkt an der Fernverbindungstraße zwischen Novosibirsk und der Mongolei gelegen, ist Kosch-Agatsch ein klassischer Durchreiseort.

 

Obwohl wir ihn auch genau aus dem Grund ansteuerten, waren wir letzten Endes doch gezwungen statt nur einer, zwei Nächte zu bleiben, da die mongolische Grenze für einen Tag gesperrt war. So kamen wir in den Genuss den Ort genauer unter die Lupe nehmen zu können... müssen... Neben einigen Autowerkstätten gibt es nicht wenige Apotheken und Supermärkte, zahlreiche Antennen- und Fernmeldeeinrichtungen.

Was es aber nicht gibt, sind viele Lokale in denen man was zu essen findet und erst nach wirklich extensiver Suche ist es uns gelungen eines zu finden, dass uns bewirtet. Von den vier Speisen haben wir jede einmal bestellt und in jede einzelne davon bestand aus selben Zutaten, sah aber anders aus. Aufgewärmt wurde alles in der Mikrowelle nachdem es direkt aus einem großen Topf geschöpft wurde. Weil wir neben diesem kulinarischen Hochgenuss den Tag nicht ungenutzt lassen wollten, haben wir ausgedehnte Spaziergänge und -Fährten durch den Ort unternommen, Cookie eine Schnellwäsche verpasst und den mittlerweile vollkommen verbogenen handgefertigten Unterbodenschutz aus dem Hause Ing. Past & Bernhardt wieder gerade biegen lassen. Damit haben wir nun den nächsten Steinabschuss frei. ...hoffentlich brauchen wir ihn nicht!

 

Nachdem wir wohl zwei der wenigen Menschen sind, die länger als eine Nacht hier verbringen, dürften wir zumindest für 2017 - und da sind wir uns ziemlich sicher - den Rekord an den "meisten als Touristen im Ort verbrachten Stunden" innehalten. Es hätte nur mehr einen Tag länger hier gebraucht und die Einheimischen hätten und schon für Locals gehalten. Ein bissi stolz sind wir schon drauf.

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Ka-sapalott-istan

Nach zwei entspannten Nächten in Almaty sind wir Richtung Norden zur russischen Grenze aufgebrochen. Um dort anzukommen, mussten wir einige Hindernisse aus dem Weg räumen.

Großstadtknotzen

Gemeinsam mit unseren norditalienischen Rallykollegen Andrea und Tobia aus Pordenone vom Team Public Nightmare sind wir Sonntagmorgen nach einer nicht so richtig erholsamen Nacht auf einem Tankstellenparkplatz vor Bishkek über die kasachische Grenze gefahren. Wenig später waren wir dann auch schon in Almaty, der einstigen Hauptstadt Kasachstans. Eigentlich ist sie es ja noch immer, die astanische Städtebaugenerik kann mit dem almatyschen Großstadtgefühl wahrscheinlich nur schwer mithalten. Durch den vollkommen verrückten Verkehr dieser riesengroßen Stadt, haben wir uns gemeinsam bis zum Freerider Hostel (Hostel, Werkstatt, Pub und Motorradshop in Einem) durchgezwängt, wo wir nach Bier, Shisha und Plauderei mit anderen Rallyteams ziemlich erschöpft ins Bett gefallen sind.

Nachdem wir am Montag gleich am frühen Morgen Andrea und Tobia verabschiedet haben (sie sind schon mal Richtung russische Grenze vorgefahren), haben wir uns Zeit genommen und ein paar wichtige Kleinigkeiten an Cookie geflickt, unserem mittlerweile recht großen Stau an digitalem Material der letzten Woche abgearbeitet und Wäsche gewaschen. Cookies rechter hinterer Radkasten brauchte noch etwas Nachbearbeitung mit dem Hammer, Zange, Bohrer und Kabelbinder. Wir wissen zwar nicht genau warum, aber der Reifen schleift seit neuesten am Kasten und bei ruppigen Straßenverhältnissen verreiben wir ihn langsam. Außerdem musste der Luftfilter vom Pamirstaub und -dreck befreit werden und die durch das waschbrettpistenrütteln nicht mehr funktionstüchtige Servo verlange eine Instandsetzung. Unsere vier flinken Pseudomechanikerhände haben alles gleich mal bewältigt gehabt und bereits am frühen Nachmittag konnten wir unser Auto wieder geschmeidig auf den Parkplatz zurückstellen.

Eigentlich wollten wir nach vollbrachtem Tageswerk ja Almaty erkunden, aber schon nach 400 m hat uns das gemütliche Ambiente einer Shisha Lounge magisch angezogen und ein Weiterkommen verunmöglicht. Wie Gelsen ins Licht fliegen, sind wir im Shisharauch verschwunden. Das Ergebnis war, dass wir zwar Almaty an diesem Nachmittag unbesichtigt lassen mussten, wir dafür aber bei grünem und schwarzem Tee, Kaffee, Shisha und einer grandiosen Vorspeisenplatte das Entspannungsmaximum der Rally erreicht haben. Nach sage und schreibe sechs Stunden chillen, lachen und plaudern sind wir dann wieder zurück ins Hostel gewandert.

Almaty blieb für uns uns bis auf ein paar Läden, Lokale unser Hostel und viele Banken, Wechselstuben und Tankstellen also verborgen. Unser Erschöpfungsgrad war mittlerweile so hoch, dass wir die größte uns wohl eine der interessantesten zentralasiatischen Städte Unterkünfte für einen gemütlichen Nachmittag zurückließen. Nach den Etappen der letzten Wochen hat das aber irrsinnig gut getan.

Pamirnachwehen

Dafür sind wir Dienstag Mittag halbwegs erholt und guter Dinge einen Tag hinter unseren italienischen Kollegen selbst nach Norden entlang der A3 aufgebrochen. Bis ungefähr Kilometer 360 nach Almaty sind wir zügig vorangekommen bis wir bei einem kleinen Halt im Sonnenuntergang am Straßenrand bemerkt haben, dass unser Benzintank tropft.

Sapalott!!

 

Es hat nach bereits fünf Rallywochen keine zehn Sekunden mehr gebraucht um in den Krisennodus zu schalten: wir sind ins Auto gehüpft und haben im nächsten Ort nach einem Mechaniker gefragt. Dort sind wir 17 km in den nächsten Ort weitergeschickt worden. Von dort hat uns eine interessiert aufgescheuchte Männerhorde nach dem beseitigen der Kommunikationshürden nochmal 36 km weitere in den nächsten Ort verwiesen. Dort angekommen haben wir um bereits halb zehn abends binnen von 10 Minuten nahezu den halben Ort um unser tropfendes Auto versammelt gehabt. Darunter war die Polizei, Schaulustige, ein perfekt Deutsch sprechender Kasache mit seiner Familie (sehr hilfreich) und das netteste Ehepaar aus der Altai Region in Russland überhaupt. Gemeinsam mit Ihnen haben wir zuerst Cookie halb zerlegt und sind dann hinter ihrem Lada nach durch die stockfinstere kasachische Prärie bis zur nächsten Reparaturplattform gefahren. Solche Plattformen stehen in Zentralasien alle paar Kilometer am Straßenrand. Der Bedarf an Schnellreparaturen ist bei den schleißigen Autos hier ja gegeben. Und diesmal haben wir's auch in Anspruch nehmen müssen um die Fehlerquelle am Tank auszumachen. Zu dritt sind wir also bis halb zwölf nachts unter Cookie bei Spinnen und Schlamm (wo in dieser staubtrockenen Gegend plötzlich Schlamm herkommt - und dann noch genau hier - muss uns mal wer erklären!!!) schraubend und keuchen herumgekrabbelt, bis wir nicht nur vollkommen verölt und verdreckt waren, sondern auch das Problem ausgemacht haben: eine wahrscheinlich durch das Pamirrütteln leicht aufgerissene Schweißnaht an der vorderen Tankaufhängung und zwei (von fünf) gerissenen Aufhängungen. Wir könnten davon ausgehen, dass der durch die gerissenen Aufhängungen so verzogen wurden, dass die Schweißnähte leicht gerissen sind.

 

Sapalott aber auch!

 

Da damit ein weiterfahren vollkommen ausgeschlossen war sind wir, nachdem wir uns herzlich von den neu gewonnenen russischen Freunden mit Mannerschnitten verabschiedet haben (wir haben sie mit drei Packerl nahezu überschüttet!), wieder zurück in den Ort Sarkand gefahren.

Dort haben wir gleich hinter der Ortseinfahrt ein - haltet euch fest - Autowerkstatt/Ersatzteilladen/Hotel gefunden, Cookie vor den Werkstatttoren geparkt, noch eine herzhafte Pasta am Gaskocher gemacht und uns ins Bett geworfen.

The Slow Pfuscher Show

Um acht Uhr morgens sind wir dann schon vor der Werkstatt auf der Matte gestanden und haben die Mechanikerbelegschaft quasi hineingeleitet. Das Chaos in der Werkstatt hat uns dann schon angekündigt, dass hier alles etwas gemütlich und chaotisch zugeht... und so wars dann auch. Der Ausbau inkl. Vorbereitung zum Schweißen des Tanks hat nahezu vier Stunden gedauert, das Schweißen dann zwei Stunden und das einbauen dann nochmal zwei Stunden. Nebenbei bemerkt, musste die Werkstattbelegschaft erst einmal einen alten Mazda 323 zusammenflicken, um unseren ausgebauten Tank zum ortsansässigen Schweißer und zurück zu verfrachten. Bei alldem haben wir nicht nur geahnt, sondern bereits klar gesehen, dass die Mechanikerkollegen eigentlich Pfuscher sind.

 

Während wir während der Reparatur nach und nach jede Schraube, jedes Schleifpapier und jede Mutter einzeln (!!) im Ersatzteillager um die Ecke erwerben mussten, wurden von den emsigen Mechanikern außerdem alle Arbeitsunfallbestimmungen, die wir aus Europa gewohnt sind, tunlichst verletzt: rauchen beim Tankausbau, aufschneiden des halb vollen Tanks mit einem sich selbst gerade vernichtenden Trennjägers, etc. Einfach herrlich das ganze Schauspiel, das uns ins Sarkand geboten wurde. Wir haben es auf jeden Fall "genossen", vor allem, weil uns ein tropfender Tank in der Pampa (und Sarkand ist wirklich in der Pampa) nach fast sechs Rallywochen nicht einmal mehr leicht aus der Ruhe bringt.

So sind wir dann also am Nachmittag endlich weitergekommen... aber nicht weit. Bei wieder einem Sonnenuntergangsstopp ist uns dann wieder Benzingeruch in die Nase gestiegen und in no Time haben wir uns hinten links Zugang zum Tank verschafft gehabt und den erneuten Schaden, der aus dem Pfusch der Sarkandwerkstatt entstanden ist, festgestellt: gerissen Aufhängungen, kaputte Improvisationsaufhängung, neuer Tankriss. Dazu kam, dass der Tank mittlerweile nur mehr zehn Zentimeter über der Fahrbahn hängte und immer wieder fest mitfederte. Unser ungutes Gefühl bei der Sarkand-Werkstätte hat sich also traurigerweise bewahrheitet.

Ohne Erfolg haben wir versucht den Tank mit Draht durch vertrödeln hochzuziehen, da er aber zu schwer war, ist uns jeder Draht gerissen und nachdem wir auch noch von einem aggressiven Gelsenschwarm attackiert wurden, mussten wir den Instandsetzungsversuch abbrechen und uns ins Auto retten.

Saaaapalott!

 

Die Lagefeststellung im Auto war dann sehr ernüchternd: mittlerweile war es dunkel, der Tank hing nur mehr an drei Schrauben und federte dramatisch, die Straße war so schlecht, dass wir nicht schneller als 30 km/h fahren könnten und der nächste Ort mit Werkstätte und Infrastruktur - Ayagoz - war 160 km entfernt. Damit noch nicht genug... um den Tank überhaupt fahrtüchtig zu bekommen, mussten wir uns erst mal aus der Mitte des Sumpfgebietes retten, um nicht weiterhin von Gelsen attackiert zu werden.

 

Genau das haben wir dann auch gemacht. Wir sind ungefähr 50 km weiter Richtung Ayagoz gefahren und haben dann fernab von Sumpf und Gelsenüberpopulation einen Stopp eingelegt. Mit einem Zurrgurt vom Dach könnten wir dann den Tank so anknallen, dass er sich keinen Millimeter mehr bewegte und wir unsere Fahrt zumindest mit 60 km/h fortsetzen könnten.

In Ayagoz sind wir dann um halb zwei morgens angekommen und nach Polizeikontrolle und Werstättensuche haben wir uns dann auf einem Parkplatz im Auto zum Schlafen gelegt.

Um sieben Uhr morgens sind wir dann auf und haben uns vor die Werkstatttore geparkt. Der erste Mechaniker ist um acht aufgetaucht und hat uns gleich hochgehoben gehabt. Wenig später (08:17 - nur um das in Relation zu den vier Stunden in Sarkand zu setzen) war denn der Tank von drei Mechanikeropas herausgenommen und die Instandsetzung in vollem Gang.

Danke Ayagoz!

Mit diesmal gutem Gefühl könnten wir Cookie voll den Mechanikeropas überlassen und uns dem Schaulustigenauflauf widmen. Dieser war mittlerweile beträchtlich und wir haben kommuniziert was unsere Hände und Füße hergegeben haben. Einer davon hat uns hat uns dann mit 100 km/h in seinem Lada durch die Stadt gefahren, um Ersatzteile und Material einkaufen zu können. Danke Racedriver!

Kaum zurück, sind wir zu Fuß mit einem neu gewonnenen Freund - Bakrit - zu einem Laden aufgebrochen. Aus dem Spaziergang wurde dann ein gemütlicher Stadtrundgang in der Sonne, bei dem uns Bakrit begeistert seine Stadt zeigte. Im zweiten Weltkrieg war die Hauptstraße offenbar eine Start- und Landepiste für Flugzeuge.

Zurück in der Werkstatt war Cookie dann schon fertig und wir würden vom Chef in sein Haus zum Mittagessen eingeladen. Unsere erste Mahlzeit seit eineinhalb Tagen wurde dann im Hintergrund von einer russischen Österreich-Dokumentation am Fernseher über YouTube untermalt. Wir zwei sin also dort im Wohnzimmer bei Einer Plov-artigen Suppe und Keksen gesessen und im Hintergrund lief Mozart und Strauss.

Kaum haben wir uns verabschiedet und wollten losdürfen, hat uns Bakrit abgefangen, um uns mit zu ihm nachhause zu nehmen und uns seine Familie vorstellen zu können. Dieses Angebot konnten wir natürlich nicht abschlagen und ein paar Minuten später haben wir uns mit Geschenken überhäuft und von fünf Kindern umzingelt in einem kleinen alten Haus mit blauen Fenstern wieder gefunden. Nach einem herzlichen Geschenksaustausch und der obligatorischen Autobeschriftung ging's dann endlich mit einem saugten Gefühl weiter nach Norden zur russischen Grenze, bei der wir spätabends ohne Probleme angekommen sind.

Auch wenn wir die Gastfreundschaft in Ayagoz vermissen werden und Kasachstan mit Almaty, dem Aralsees und Astana definitiv nochmal eine Reise wert ist, wird uns die fade, ausladende, ebene und vergilbte Steppe, die sich über hunderte Kilometer erstreckt, nicht abgehen. Das Land zu durchkreuzen war wirklich maximal öd und wir sind uns danach sicher, dass die schlechten Straßenzustände eine verkehrspsychologische Maßnahme zum Munterhalten der AutofahrerInnen sind. Wir sind uns außerdem relativ sicher Kasachstan nur deshalb so unglaublich riesig ist, weil es bei dieser geringen Dichte an fürs Auge festmachbarem, einfach nicht anders kann als zumindest viel von nix zu haben, zumindest wenn man das Land im Osten durchkreuzt.

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Schlingelschlangel durchs Planquadrat

Nachdem wir bei eisigem Wind nach 30 km endlich die kirgisische Grenze erreicht haben, durften wir schon zum zweiten Mal an diesem Tag Pannenhilfe spielen: Während wir an der Grenze auf die Zollbehörden gewartet haben, haben wir einen Lada der örtlichen Polizei wieder flott gemacht, indem wir einen seiner Reifen mit unsrem 12V Kompressor aufgepumpt haben. Die Zollbeamten waren danach super freundlich und wir haben den Zeitrekord im Zoll geschlagen und waren in null Komma nichts fertig.

Gleich hinter der Grenze erreichten wir dann vorbei an Jurten, Yak-, Kuh- und Pferdeherden den kleinen Ort Sary-Tasch. Sary-Tasch ist ein kleiner Ort vor der kirgisisch-tadschikischen Gebirgskulisse und an einem sonnigen Tag leuchtet der schneebedeckte Pik Lenin im Hintergrund neben zahlreichen seiner 7.000er Kollegen.

Eingekehrt sind wir im Gästehaus Muras, wo wir den Abend plaudernd mit einem deutschen MotorradfahrerInnen-Paar - Eva und Berndt- und einem indonesischen Rucksackreisenden - Hassan - verbracht haben.

Am nächsten Morgen haben wir dann Cookies Interieur in der kühlen aber aggressiven Gebirgssonne vom Pamirstaub befreit, der sich kiloweise in wirklich jeder Ritze festgesetzt hat. Gedauert hat diese Aktion an die drei Stunden, weil wir wirklich alles ausräumen und teilweise zerlegen mussten bevor wir es überhaupt putzen könnten. Der Staub im Inneren des Autos war aber nicht mehr auszuhalten und eine solche Sisyphusgrundreinigung unausweichlich. Außerdem mussten einige Ausrüstungsgegenstände durch die Belastungen des Pamir repariert bzw. teilweise sogar wieder zusammengesetzt werden. Unsere Ikea-Stauraumlösung im Kofferraum z.B. brauchte sogar Restaurationsfertigkeiten und ein halbes Kilo Klebeband, denn zwei Kisten waren nach dem Pamirgerüttel vollkommen zersplittert. Wir können nun mit gutem Gewissen bestätigen, dass Abstellraumkisten definitiv für eben genau das gebaut wurden und nicht für das Erklimmen von 4.000ern auf Dirtroads. Aber... there is nothing that Gaffatape und Geduld can't fix! Jippie!!

Danach sind wir in die Provinzstadt Osch im Westen des Landes gedüst. Betonung auf gedüst, denn die Straße dorthin war in einem dermaßen guten Zustand, dass wir nach Tajikistan trotz Unmengen an kirgisischen Beschränkungen und dem dazugehörigen Schilderchaos recht flott unterwegs waren. Unterwegs sind wir wieder an einer Menge Jurten und Herden an Kühen und einer Mengen an wilden Pferden vorbeigefahren. Zu sehen hat es viel beschauliches süd-kirgisisches Landleben gegeben. Stetig haben wir auch Seehöhe abgebaut. Der Süden Kirgisistans war richtig nett.

Nachdem wir dann am Nachmittag in Osch angekommen sind und Cookie unter der Weinlaube unserer Herberge geparkt haben, sind wir gleich losgezogen, um ein wenig die Stadt zu erkunden. Bevor wir uns ein Abendessen (Beschbarmak und Hechtfilet - was für eine Kombi) und ein paar Bier gegönnt haben, sind uns ein paar Sachen ins Auge gestochen: Erstens ist Kirgisistan noch recht sowjetisch. Viele Gebäude sind noch aus dieser Zeit und immer wieder trifft man auf Monumente oder Beschilderungen, die sicher vor den 1990ern entstanden sind. insgesamt war diese Affinität viel auffallender als in den Ländern, die wir bis jetzt bereist haben. Außerdem lieben KirgisInnen offenbar große, pompöse Hochzeiten. Wer nicht, werdet werdet ihr jetzt sicher denken, aber wir versichern euch, dass ihr so große Hochzeitslimousinen noch nicht gesehen habt. Teilweise sind die neben der übertriebenen Länge sogar zweistöckig. Naja, wer's mag. Drittens ist das für jede ex-sowjetische Stadt obligatorischen Lenin-Denkmal in Osch so richtig groß. Darunter fühlt man sich wirklich sehr klein.

Spätabends haben wir uns nach der Erkundungstour dann ein Taxi zurück genommen. Der Fahrer war gar nicht begeistert, dass er sein dickes Auto durch die engen Gassen des muslimischen Viertels Zwängen musste, um uns zu unserer Unterkunft zu bringen. Letzten Endes hat er es aber trotzdem hinbekommen und wir haben den restlichen Abend noch damit verbracht, einer chilenischen Motorradfahrerin - Natalia - dabei zu helfen, ihr Motorrad wieder flott zu kriegen.

Nach einem guten Frühstück sind wir dann weiter Richtung Hauptstadt Bishkek im Norden aufgebrochen. Obwohl die Luftlinien-Entfernung nach Bishkek nur etwa 350 km beträgt, waren wegen der unvorteilhaften Streckenführung 680 km zu bewältigen. Mit den vielen Geschwindigkeitsbegrenzungen, deren Anfang zwar überall gut beschildert ist, man das Ende jedoch bestenfalls erahnen kann, haben wir uns durch dermaßen viele Polizeikontrollen manövriert, dass wir nach einiger Zeit aufgehört haben mitzuzählen. Wir haben uns ein bisschen wie ein kleiner Fisch im Haifischbecken gefühlt, vor allem weil es der kirgisischen Polizei weniger um effektive Kontrolle oder gar um Verkehrsberuhigung zu gehen scheint, sondern jeder Autofahrer lediglich als potentielle Cash-Cow gesehen wird. Ein bisschen Ader lassen mussten wir in dem landesweiten Planquadrat auch, wir könnten uns aber aus einer größeren Strafe herausreden. Nachdem wir aufgehalten wurden, weil wir kein Licht am Tag anhatten (in Tajikistan war das noch verboten, alles sehr verwirrend, wenn man soviel Länder hintereinander bereist), wollte die Polizei 5.000 Somony von uns. Davon gekommen sind wir dann mit 30 Dollar und 5 turkmenischen Manat. Die Ironie an dieser ganzen Geschichte ist, dass wir im ganzen Land kein einziges Polizeiauto mit eingeschaltetem Licht gesehen haben!

Im Schlingelschlangelkurs sind wir nach dem Kennenlernen der kirgisischen Polizei und ihrer Methoden immer weiter Richtung Bishkek getuckert. Da die Geschwindigkeitsbegrenzungen im Land ja nicht wirklich was hergeben, haben wir für den Zickzackkurs echt lange gebraucht, weshalb wir Zeit genug hatten einen polnischen Rucksackreisenden ein paar Kilometer lang mitzunehmen. Leider mussten wir ihn recht bald in einem Dorf wieder seinem Anhalterglück überlassen, da wir festgestellt haben, dass unser rechter Hinterreifen auf unerklärliche Weise am Radkasten zu schleifen begonnen hat und wir mit unserem Polen am Jump-Seat nun wirklich zu schwer waren.

Ohne lange zu rumzuhacken, haben wir uns kurzerhand entschlossen, das Problem gleich am Straßenrand in die Hand zu nehmen, bevor uns der Reifen noch verreibt. Als wir so am Straßenrand gestanden sind und wie die Bösen Cookies rechten hinteren Radkasten mit unserem Hammer vergrößert haben, sind doch wirklich unsere alten norditalienischen Rallykollegen Tobia und Andrea mit ihrem alten Fiat 127 vorbeigekommen und haben uns gleich tatkräftig unterstützt. Nachdem wir Cookie zu Viert durchs ausbeulen dann um etliche Zentimeter verbreitert hatten (nur rechts hinten wohlgemerkt), sind wir dann gemeinsam weiter Richtung Norden in die Nacht hinein gefahren. Falls Cookies Kastenform noch irgendwas an Aerodynamik hergegeben hat, war diese durch die Beule rechts hinten nun wohl nicht mehr zu retten.

Wir wollten an diesem Tag beide soweit es ging in die Nähe von Bishkek kommen, um am nächsten Morgen so früh als möglich über drei kasachische Grenze zu kommen. Bishkek anzusehen, mussten wir nach Dushanbe leider auch auslassen. Den Zeitdruck, der durch das kaputte Differential zu Beginn der Rally entstanden ist, musste nun durch solche harten Entscheidungen abgefedert werden,um halbwegs in der geplanten Zeit ins Ziel zu kommen. Da das bei Andrea und Tobia ähnlich war und sie auch auf schnellstem Weg nach Almaty kommen wollten, waren sie für uns und wir für sie die idealen Konvoipartner.

 

Nach anstrengenden Stunden Nachtfahrt (bei den Straßenverhältnissen und dem Verkehr hier sind Nachtfahrten immer anstrengend und obwohl wir sie meiden, stolpern wir aus Notwendigkeit immer wieder rein), haben wir dann gegen 23.30 Uhr über Serpentinen den Töö-Pass im Kirgisischen Gebirge südlich des Ortes Karabalta erreicht. Der Pass war vielleicht wild - mein lieber Schwan. Hunderte LKWs, die Abgase rausblasen, dass man durch eine schwarze Wolke durchschneiden muss, wollen auch über den Pass. Der Tunnel am höchsten Punkt (3.100 m) ist nicht nur deshalb wild, weil er schlecht beleuchtet und eineinhalbspurig ist, sondern auch weil es aus beiden Portalen von den ganzen rußigen Abgasen richtig rausdampft. Schlechte Sicht, Abgase, Fernlichter der LKWs ... all das zusammen macht das Serpentinenfahren um Mitternacht zu einer wahren Freude.

 

Etwas kaputt sind wir dann ab Mitternacht in Karabalta auf Hotelsuche gegangen und dabei wenig erfolgreich gewesen. Dem nicht genug. Die Stadt zu später Stunde kennenzulernen, war alleine eine sehr eigentümliche Erfahrung. Einerseits waren so viele Betrunkene unterwegs und andererseits haben wir die Bekanntschaft mit einem aggressiven Mercedesfahrer machen müssen, dem unser Kreisverkehrverhalten nicht in den Kragen gepasst hat. Das hat er zu verstehen gegeben, indem er die Straße vor uns blockiert und mit wilden hin- und herkurven versucht hat, uns zum Stoppen zu bringen, was ihm letztendlich gelungen ist. Dann ist unser kleiner pubertierender Kirgise aus seinem großen Auto rausgeklettert und hat mit einer Hand wild auf unser Auto eingehauen während er sich mit der anderen fest bei seinem Gemächt angehalten hat. Tja, was soll man sagen... wir haben nur so gschaut. Die ganze Situation hat sich aber dann aufgelöst, als er gemerkt hat, dass wir kein Interesse an ihm oder seine ausbordenden Komplexen hatten.

 

Wie bereits erwähnt, waren wir bei der Unterkunftssuche ja wenig erfolgreich, weshalb wir beschlossen haben noch ein kleines Stück aus der Stadt raus, weiter Richtung Osten - Bishkek - zu fahren und uns einen halbwegs ruhigen Autoschlafplatz zu suchen. Gesagt getan.

Vierzig Kilometer östlich von Karabalta sind wir hinter einer prächtigen Tankstelle fündig geworden und kaum haben wir unsere beiden Autos zum Schlafen hergerichtet gehabt, sind wir auch schon weggepfiffen. Mittlerweile war es ja auch schon halb vier Uhr morgens.

Geweckt sind wir dann vom Tankstellenwart um halb neun Uhr morgens, nachdem wir alle vier den Wecker um sieben Uhr nicht mal wahrgenommen haben, so abgefeuert waren wir. Frisch fröhlich sind wir nach der Morgentoilette zwischen den tankenden Kunden dann zur Grenze aufgebrochen, die wir ohne große Vorkommnisse zügig erreicht haben. Lediglich unsere beiden Italiener wurden 100 m vor der Grenzkontrolle nochmal aufgehalten, weil sie ihr Auto beim Stoppschild nicht zum Nicken gebracht haben. Auf dieses spezielle Wippen (= Nicken) stehen zentralasiatische Polizisten ungemein. Dabei scheint es vollkommen unerheblich, ob man das Fahrzeug aus 100 oder 10 km/h zum Stillstand bringt. Das Auto sollte nur ja einmal sichtbar Nicken und genau das haben Andrea und Tobia nicht gemacht. Was folgte war ein Pfeif- und Schreikonzert der Polizei, das uns alle zum Stillstand gebracht hat. Alleine ist uns da schon in Usbekistan passiert, dort allerdings nach langer Diskussion allerdings ohne Folgen. Nicht so bei den Italienern, die sich aber auch wacker geschlagen haben: wollte der Polizeibeamte zuerst noch "alles, was sie an Bargeld bei sich haben", gab er sich nach kurzem Hin- und Her auch mit nur sieben US Dollar zufrieden.

 

So sind wir letztendlich alle - wenn auch etwas geschlaucht - glücklich und zufrieden über die kasachische Grenze gerollt. Kirgisistan war für uns leider mehr ein Durchfahrland, obwohl es abseits der Hauptverkehrsroute einiges zu sehen gegeben hätte. Der Süden hat es uns besonders angetan und im Sommer ist er für Trekkingtouren sicherlich eine Reise wert. Im Winter klettern die Temperaturen dort aber selten auf über -20 Grad Celsius. Das Leben dort muss unglaublich hart sein, alleine im Hochsommer war es alleine mit einem T-Shirt in der Mittagssonne recht frisch. Auch das Kirgisische Gebirge ist sehenswert mit seinen Pässen und Bergen. Lediglich das Flachland im Norden würden wir uns bei einer zweiten Reise dorthin sparen.

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Hoch hinaus

Nachdem wir während der letzten Tage schon einen Vorgeschmack bekommen haben, ging's nun erst richtig los. Von unserem Nachtlager in Ishkashim ging's weiter entlang der Route an der afghanischen Grenze über die Dörfer Vrang und Langar. Die vielen kleinen Dörfer entlang des so genannten Vakhan Korridors sind teilweise sehr beschaulich, aber sehr nett. Überall sieht man ganze Familien auf den Feldern arbeiten, die ihre Ernte einholen. Da sich das Dorfleben generell auf der Straße abzuspielen scheint, ist immer viel los auf den rumpeligen Dorfhauptstraßen.

Von Langar gings dann über die Serpentinen hoch in die Berge, in richtig hohe Berge. Dort begann der richtige Pamir, der über die Hochebene führt, los. Nachdem die Straße noch eine Weile über Dirtroads entlang der Grenze führt, biegt sie später wieder Richtung Norden ins Herz des Pamir ab. Von dort an ging es in die Höhenextreme. Die. Bergkulisse dort oben war einfach atemberaubend. Wie schon während der Tage vorher wollte man lieber aus dem Fenster schauen oder drauf los wandern, als hinter dem Steuer zu sitzen.

Gleich waren wir mal auf 3000+ Meter Seehöhe was Cookie schon gleich mal gespürt hat. Je höher wir gekommen sind, umso weniger Motorleistung brachte sie auf die Straße, weil sie immer weniger Sauerstoff für den Verbrennungsvorgang bekam. Ganz hoch oben auf den Straßen mussten wir zum Anfahren sogar schon auf der Ebene die Kupplung ziemlich schleifen lassen, um überhaupt wegzukommen. Außerdem hat sie über 4.000 Meter Seehöhe dann richtig zum Brummen begonnen. So tief hat sie vorher noch nie geklungen.

Unser höchster Punkt für den Tag war dann der Khargush Pass auf 4.344 Meter. Nachdem es zu dem Zeitpunkt bereits so gegen 18h war und wir einen guten Zeltplatz gefunden haben, haben wir beschlossen gleich unser Nachtlager aufzuschlagen. So haben wir dann also unser Höhenlager ca. 4.200 Meter aufgeschlagen. Ganz einfach war das aber nicht. Da wir die letzten 1.500 bis 2.000 Höhenmeter relativ schnell zurückgelegt haben, waren wir natürlich noch nicht akklimatisiert, weshalb wir dementsprechend matt waren. Bei jedem schnellen Schritt wurde uns schwindlig und die gewohnte Geschwindigkeit zum Aufbauen des Zelts haben wir mal gehörig unterboten. Wir haben wirklich lange gebraucht und es war extrem anstrengend. Selbst das spartanische Abendessen - bestehend aus Studentenfutter, Zwieback und ein paar Keksresten - zu essen war anstrengend, weil wir uns erst mal dran gewöhnen mussten wirklich tief und viel zu atmen, um genügend Sauerstoff zu bekommen. Beim Essen außer Atem zu sein war eine neue Erfahrung für uns.

 

Vollkommen ausgeknockt sind wir dann schon gegen 19h im Bett gewesen, kurz nachdem auch die Sonne von den Bergspitzen verschwunden ist und es empfindlich kalt geworden ist. Da wir auch nicht wirklich gut geschlafen haben und durch den starken Wind immer wieder aufgeweckt wurden, haben wir ja genug Gelegenheit gehabt die Temperatur über Nacht immer wieder zu überprüfen. Die Schlafpausen haben wir auch zum Beobachten des großartigen Sternenhimmels genutzt. Generell war sogar das Schlafen auf dieser Höhe anstrengend; jedes Mal wenn wir uns im Schlafsack umgedreht haben, waren wir wieder außer Atem... und munter.

Menschenleere Mondlandschaft mit Farbtupfern

Nach zumindest ein paar Stunden unerholsamen Schlafs, sind wir dann in klirrender Kälte mit den ersten Sonnenstrahlen wieder aufgebrochen. Wir sind so früh gestartet, dass wir die Sonne über den Bergen heraufkommen haben sehnen, bis sie die Landschaft wieder braun und den Himmel tiefblau gefärbt hat.

Vom Khargush Pass kommend wieder zurück auf der M41, dem Pamir Highway, haben wir recht bald Alichur, den kältesten Ort Zentralasiens (im Winter wurden schon -63 Grad Celsius gemessen), passiert.

Kurz darauf sind wir bei einer Panne am Straßenrand vorbeigekommen: eine Gruppe Männer ist mit ihrem Lada Niva von der Straße abgekommen und damit halb im Straßengraben gelegen. Wir sind gleich stehengeblieben (der Verkehr ist nämlich wirklich sehr gering dort oben) und haben unsere Hilfe angeboten. Gesagt, getan. Im Nu haben wir unser Abschleppseil ausgepackt und angehängt gehabt und kurz darauf hat Cookie den Lada schon wieder auf die Straße gehievt.

Die tadschikische Männerpartie war ganz baff. Erstens haben sie sicher nicht uns erwartet, die wir beide mit unseren Suzuki-Norwegerpullis aus einem Suzuki Wagon R+ ausgestiegen sind und zweitens haben sie wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass wir sie so unglaublich schnell aus dem Graben gezogen haben würden.

Bald darauf haben wir Murghab, den größten Ort östlich von Chorogh, erreicht. Bei der Einfahrt in den Ort sind wir von einer hüpfenden und winkenden Gruppe ÖberösterreicherInnen begrüßt worden, die im Pamir Trekkingtouren machen und gerade versucht haben ein Auto zu stoppen.

Gleich darauf haben wir uns aber auf die Suche nach einem Schweißgerät in Murghab gemacht. Die letzten Tage haben unser Auto nämlich so hergerüttelt, dass eine Befestigungsmutter des Unterbodenschutzes abgerissen ist. In Anbetracht der Tatsache, dass wir mehrere Tage lang durch Schlaglöcher und Über Dirtroads gepoltert sind, war das ziemlich wenig an notwendigen Reparaturarbeiten und erledigt wars auch gleich. Zwei oder drei Schweißpunkte und der Unterbodenschutz war wieder fest montiert.

Kaum waren wir mit den Reparaturen fertig, sind wir weiter durch die Mondlandschaft Richtung Norden zur kirgisischen Grenze gefahren. Die Route führt vorbei an menschenleerer Natur und hört nicht auf zu beeindrucken. Umgeben von 5-7.000ern erreicht man bald das Dorf Kara-Kul am gleichnamigen, tiefblauen See der vor schneebedeckten Gipfeln. Die Straße dorthin war so lala: teilweise Asphalt, viel Waschbrettpiste, immer wieder Schlaglöcher und viele Bodenwellen. Uns hat's an dem Tag wirklich richtig durchgerüttelt. Vor allem die Waschbrettpiste hatte es in sich. Wenn wir es uns aussuchen könnten, würden wir die richtig wilde Piste des Vakhan Korridors diesen halbvertrauenswürdigen "wellenrumpeln" vorziehen.

 

Am zweiten Tag auf dieser Höhe hatten wir uns schon recht gut an die dünne Luft gewöhnt gehabt und wir sind ohne Probleme über alle Pässe geklettert. Lediglich Cookie hat noch immer fest gebrummt. Die Hochebene zwischen Khargush Pass und Kara-Kul liegt nämlich auf rund 4.000 Höhenmetern und steigt für den ein oder anderen Pass nochmal auf bis zu 4.655 Meter (Akbaital Pass). Bald aber erreicht man dann den tadschikischen Grenzposten. Bevor es runter zum kirgisischen Grenzposten ging haben wir nur mehr kurz mit der korrupten tadschikischen Grenzpolizei streiten müssen und schon waren wir in Kirgisistan.

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Alle Wege führen in den Pamir

Endlich war es soweit, wir haben uns nach einem ganz kurzen Zwischenstopp in Dushanbe ins Pamir Gebirge aufgemacht. Ein bisschen hat sich nervöse Vorfreude auf den Pamir bei uns schon bemerkbar gemacht, weil wir über die letzten Monate fast alles am rauen Pamir mit seinen Offroad-Pisten gemessen haben. Jedesmal wenn wir von Offroad gesprochen haben, haben wir damit indirekt den Pamir gemeint. Über die langen Vorbereitungsmonate hat sich da schon einiges an Respekt angesammelt. Es war nun allerhöchste Zeit, diesem angestauten Respekt einem Realitäts-Check zu unterziehen.

Selbstüberschätzung in Dushanbe

Unser letzter Zwischenstopp vor der mehrtägigen Gebirgsetappe über 4.000 m hohe Pässe war in der tadschikischen Hauptstadt Dushanbe. Da wir etwas Zeit für den Pamir gewinnen wollten, haben wir uns dafür entschieden, nicht länger in der Stadt zu bleiben und lediglich eine - aus unserer Sicht - halbwegs repräsentative Sehenswürdigkeit zu besichtigen: den Flaggenmast vorm Palast der Nationen.

Dieser schreit vor Selbstüberschätzung und kann sich ungeachtet in die Reihe zentralasiatischer Repräsentationskolosse einfügen. Mit seinen stolzen 165 Metern Höhe war er noch bis vor Kurzem der höchste Flaggenmast der Welt und wurde erst 2014 von einem saudi-arabischen Mast um fünf Meter übertrumpft. Nichtsdestotrotz ist der Mast wegen seiner Überdimensioniertheit (die Fahne alleine hat patriotische 60x30 Meter) sehr sehenswert, obwohl nach Ashgabat alles - sogar dieser Flaggenmast - noch immer etwas beschaulich wirkt.

 

Immerhin haben wir in der kurzen Zeit in Dushanbe auch den Kontakt mit den Tadschiken nicht gescheut und uns gleich mal unter die Bevölkerung gemischt. Kaum angekommen, haben wir uns in einem Supermarkt was zum Essen und nach der langen Autofahrt aus Samarkand auch ein paar Bier gekauft. Wenig schüchtern hat Lukas sich das Bier im Laden beim Armdrücken mit dem Ladenbesitzer verdienen wollen. Leider war das nicht so erfolgreich und das Bier musste dann am Ende doppelt bezahlt werden, was bei den tadschikischen Bierpreisen aber kein Drama ist. Das doppelt bezahlte Bier hat dann klarerweise ja auch doppelt so gut getan und wir sind am Dachboden unseres Hostels (leider wurde unsre Buchung verschlampt) gut eingeschlafen. Und lustig wars obendrein.

Das schönste Stück Straße in ganz Zentralasien

So leid es uns auch getan hat Dushanbe nahezu unerforscht hinter uns zu lassen, haben wir uns am 13. August in Richtung südliches Tajikistan aufgemacht. Entgegen unserer ursprünglichen Routenplanung sind wir einem Tipp von Leuten aus dem Hostel in Dushanbe gefolgt und über Danghara und Kulob schon früher zum Korridor im Pandsch-Tal entlang der afghanischen Grenze gekommen.

Die Landschaft bis dahin war richtig durchwachsen für uns. Vom imposanten Nurek Reservoir, dessen blau in der kargen Landschaft eine Genugtuung für die Augen ist, bis zur einschläfernden tadschikischen Steppe im Süden, hält die Strecke alles bereit.

Bevor wir in das Pandsch-Tal abgetaucht sind, haben wir einen massiven Konvoi an Allschutzfahrzeugen der tadschikischen Armee passiert, die entlang der Grenze zu Afghanistan patrouillieren. Wir dachten, dass uns solche Sicherheitsmaßnahmen nun ständig begleiten werden, allerdings war es das einzige Mal am ganzen Pamir, das wir so etwas gesehen haben. Ohne etwas vorwegnehmen zu wollen, muss man sagen, dass wir entlang des Pandsch-Tales generell unglaublich wenige Menschen getroffen haben.

Obwohl die Straße über Kolub etwas länger ist als die Route im Norden, die wir eigentlich nehmen wollten, ist ihr letzter Teil unter den tadschikischen Straßen ein wahres Juwel: kaum passiert man den letzten Checkpoint vor dem Korridor zu Afghanistan, kommt man auf eine nigelnagelneue, gut ausgebaute Straße mit Flüsterasphalt. Dieses Wunderwerk der Ingenieurskunst liegt einfach so da. Einfach so! Wie wir uns nach der Rumpelei der letzten Tage gefreut haben, auf einer solche Straße dahinzugleiten!

So haben wir dann doch tatsächlich an die 100km in nahezu eineinhalb Stunden zurückgelegt. Das mag sich für europäische Verhältnisse komisch anhören, aber wenn man einer Straße halbwegs vertrauen kann und kontinuierlich seine 70-80 km/h fahren kann, ist das für uns mittlerweile ein echtes Highlight. Die letzten 25 km bis Kalai-Chum waren dann wieder gute alte tadschikische Rumpelpiste.

 

Aber nicht alleine die Tatsache, dass ein Teil der Straße entlang der Route so gut ausgebaut ist, macht sie so besonders. Von Shuro-Obod kommend beginnt sich eine Bergwelt zu erstrecken, die so ziemlich alles in den Schatten stellt, was wir bisher gesehen haben. Die Bergwelt dort ist steiler, schroffer, imposanter und höher als wir uns vorstellen hätten können. Wir könnten wirklich nichts anderes tun, als diese imposante Kulisse mit einem staunenden, offenen Mund zu bewundern. Da wir erst am späten Abend in dieses Gegend gekommen sind, haben wir die vielen Gipfel gleich in einem schön weichen, stimmungsvollen Licht kennengelernt. Das war gleich nochmal beeindruckender.

 

Eine weitere Überraschung, die die Route für uns bereitgehalten hat war Julia, eine Autostopperin aus der Ukraine, die ganz einsam und verlassen versucht hat entlang der Schlingelschlangel-Serpentinen eine Mitfahrgelegenheit zu ergattern. Man muss dazu sagen, dass die Straße dort dermaßen schwach befahren ist, dass Autostoppen dort eine richtige Herausforderung ist. Wenn alle 15 Minuten ein Auto oder ein LKW vorbeifährt, hat man richtig Glück. Später an der M41, dem Pamir Highway, wird die Verkehrsfrequenz dann etwas höher, wenn auch nicht viel. Am Ende ist die Bergwelt Tajikistans einfach sehr wenig befahrenen und die Hauptbenutzerinnen der Straßen und Pisten sind sicherlich Kühe, nicht Autos. Julia könnten wir unter diesen Umständen einfach nicht am Straßenrand stehen lassen, auch wenn die Verbindung Rumpelpiste und famoses Wolschwenger-Einbaumöbel bei Ihr für die ein oder andere Beule gesorgt hat.

Wie dem auch sei, Julia war heilfroh eine Mitfahrgelegenheit zu ergattern und wir haben uns gefreut in unserem 15. Land Cookie kurzzeitig mal mit einer dritten Person zu teilen. Da Julia fließend russisch spricht, könnten wir dann in Kalai-Chum auch sehr schnell eine günstige Unterkunft bei einer netten tadschikischen Familie finden. Dort haben wir erst mal gekocht. Dabei hat Lukas von einer tadschikischen Hausfrau eine Lektion in Kochen in einer spartanischen Küche bekommen und sie von ihm eine Lektion im Pasta machen. Nach einer Dusche mit direktem Gebirgswasseranschluss per Gartenschlauch haben wir uns dann in unsere Schlafsäcke am Wohnzimmerboden gelegt. Wir haben richtig gut geschlafen.

Aller Anfang ist schwer

Da wir am Vorabend erst spätabends in Kalai-Chum angekommen sind, haben wir erst am nächsten Morgen die Bergkulisse gesehen, die uns umgeben hat. In der Nacht verborgen, haben wir uns also bei Sonnenschein inmitten von steilen Felswänden in einem schmalen Tal zwischen Tajikistan und Afghanistan wiedergefunden. Cookie, die die Nacht vor der Tür verbracht hat, hat sich am Morgen indessen inmitten von (gezählten) 13 neugierigen Kindern aus dem Dorf wiedergefunden. Es hat etwas gedauert, bis wir sie von den Kindern losreißen könnten und wieder on the road waren.

 

Mit Julia gemeinsam haben wir uns dann auf den Weg nach Chorogh, der Hauptstadt der autonomen Provinz Berg-Badachschan, gemacht. Die Route führt weiter entlang des Grenzflusses Pandsch, der die meiste Zeit ein reißender, wilder Strom ist. Die Straße selbst ist richtig schlecht - kein Vergleich zu bisherigen Erfahrungen. Selbst die schlechten Straßenverhältnissen in Usbekistan waren nichts gegen diesen ersten ruppigen Teil des legendären Pamir Highways. Während die Straßen in Usbekistan zumindest noch als solche bezeichnet werden können, sind es ab Kalai-Chum nur mehr schwindelige und brüchige Trassen. Kurz gesagt, es sind richtige Offroadpisten. Aber hier ist man ja immerhin auch am legendären Pamir Highway und man kann man froh sein, überhaupt eine befahrbare Straße unter den Reifen zu haben.

 

Die 236 km nach Chorogh haben wir an dem Tag in sage und schreibe 12 Stunden Nettofahrzeit zurückgelegt. Schneller lassen es die Verhältnisse nicht zu. Die Etappe war gesäumt von überhängenden Felsen, Sand und Schotter, in den blanken Fels gehauenen Trassen, tiefen Schluchten, einer schier unüberschaubaren Zahl an Schlaglöchern und einer halbwegs beträchtlichen Menge an LKW und Geländewagenverkehr. Zudem scheint das Konzept einer Leitplanke den tadschikischen Straßenbauern vollkommen fremd zu sein. Uns würde es nicht wundern, wenn es das Wort dafür auf tadschikisch gar nicht gibt. Gerade die LKWs, die ihre Waren über diesen Teil der Seidenstraße von China nach Zentralasien und Europa bringen, machen die Piste streckenweise zur Herausforderung. Kompensiert werden die Herausforderungen aber mehr als genug durch das enge und schluchtenreiche Pandsch-Tal. Es ist so eindrucksvoll, dass es fast eine Strafe ist hinter dem Lenkrad sitzen und sich auf die Straße konzentrieren zu müssen.

 

Nachdem wir eine Einladung von Polizisten hinter ihrem Checkpoint unser Zelt aufzuschlagen aufschlagen mussten, sind wir am Abend in Chorogh eingefahren. Die Stadt hat, obwohl sie sehr klein ist (ca. 30.000 EinwohnerInnen), irgendwie einen coolen Flair. Alles und jeder dort hat irgendein Ziel und es wimmelt nur so von Fernfahrern und Geländewagen, Radtour- und MotorradfahrerInnen. Und sie alle machen entweder Besorgungen für eine anstehende beschwerliche Reise über das Hochgebirge oder Erholen sich gerade von einer solchen bevor es wieder weitergeht.

 

Das ominöse Pamir Hochgebirge selbst zählt zum Dach der Welt und hat eine Fläche von etwa 120.000 km², wovon ca. 12.500 km² vergletschert sind. Mit einer mittleren Höhe von etwa 3600 bis 4400 m ist er der neben dem Himalaya das zweithöchste Gebirge der Welt. Sein höchster Gipfel, der Kongur, ist 7649 m hoch. Sein zwanzigst höchster Gipfel ist noch immer stolze 5704 m hoch (welche Ausmaße!!). Der Pamir ist wirklich extrem massiv und eine Herausforderung für Mensch und Maschine.

Und mitten drinnen ein kleiner Suzuki Wagon R+, der bis vor kurzem die Berge des Dachsteingebirges für hoch gehalten hat (so wie auch seine Insassen... nebenbei bemerkt).

Schanigarten an der afghanischen Grenze

Am Morgen haben wir uns am nächsten Tag munter in das Getümmel Chorogh's gestürzt und auf die Suche nach neuen Vorräten gemacht. Wir mussten Benzin, Bargeld, Wasser und Essensvorräte aufstocken. Wir haben in den Tagen zuvor quasi alles geleert. Auch wenn Chorogh als Stadt genau genommen den Sinn eines Nachschublagers erfüllt, sind wir dennoch nicht vor Nachmittag fertig geworden und so erst in der Nachmittagssonne - wieder zu zweit ohne Julia - weiter Richtung Süden aufgebrochen.

 

Da die Straßenverhältnisse aber beträchtlich besser waren als am Vortag, sind wir recht flott dahingerollt und haben in der Abendsonne das Dorf Ishkashim erreicht. Am Weg dorthin haben wir einen Einheimischen, dessen Auto wegen eines Keilriemenrisses liegen geblieben ist, bis ins Dorf mitgenommen. Er ist ganz still auf der Rückbank gesessen und hat sich gar nichts sagen getraut. Ob er nur verlegen war, weil die mächtige Cookie oder unser Fahrstil ihn eingeschüchtert hat, lies sich nicht mehr ausmachen, so schnell ist er im Getümmel der Dorfstraße verschwunden gewesen.

 

Am Weg nach Ishkashim haben wir übrigens eine ganz interessante Erfahrung an einem gemischten Polizei-/Militärcheckpoint gemacht. Irgendwo auf halben Weg sind wir wieder mal routinemäßig kontrolliert worden - wie schon so oft davor. Und wie immer waren die Beamten mehr an unsrem Auto als an unsren Dokumenten interessiert. Sie haben also alles angeschaut und bewundert und dabei eben auch unsere wertvolle Ouzoflasche im Kofferraum gefunden. Der dicke Postenkommandant hat sie dann kurzerhand mit uns im Schlepptau wie eine Trophäe in den Hinterraum seines Häuschens getragen. Dort sind auf Matratzen Soldaten mit ihrer Kalashnikov gelegen und haben vor sich hingedöst. Der Postenkommandant hat sich dann gleich mal einen halben Liter der edlen griechischen Spirituose in sein Heferl eingeschenkt und es in einem Zug geleert. Wir haben nur so geschaut. Nachdem er sich dann nochmal kräftig nachgeschenkt hat, haben wir und ein paar der Soldaten auch mittrinken müssen und in ca. vier Minuten war der Ouzo Geschichte. Ziemlich beduselt haben wir uns dann mit dem Segen der gesamten Belegschaft wieder ins Auto gesetzt und sind weitergefahren.

 

In Ishkashim haben wir dann abends unser Zelt aufgeschlagen. Nachdem wir am Gaskocher gekocht und fürstlich gespeist hatten, haben wir in einer Gruppe Motorradfahrer einen Wiener ausgemacht. Der Wiener, hat sich dann recht schnell als burgenländischer Wahlwiener namens Andi entpuppt und wir haben mit ihm noch bis in die Nacht hinein ein paar Bier getrunken. Andi ist ein passionierter Motorradtourenfahrer, der in den letzten vor Jahren u.a. Touren durch Afrika und Südamerika gemacht hat. Wir haben uns alle drei gefreut, dass wir uns im Süden Tajikistans an der afghanischen Grenze zum Geschichten austaschen gefunden haben. Eine super Begegnung im Hinterhof des Hindukusch.

 

Zuhause ist dann doch oft näher als man denkt.

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Usbekistan: einfach zum Abheben

Cookie hat ihren ersten Flug hinter sich! Am 10. August um 12.30 hat unser Auto im usbekischen Qorakoʻl ein kurze Distanz in der Luft zurückgelegt, nachdem wir mit vollem Karacho in ein unsichtbares Loch in der Straße rein gefahren und raus gesprungen sind. Die ganz gefährlichen sieht man wirklich einfach nicht. Passiert ist nix, aber uns hat's gehörig durchgerüttelt und Cookie hat ihre innere Schutzverkleidung rechts vorne verloren (ist bei uns vorbeigeflogen). Verloren haben wir sie ja eigentlich nicht, um ehrlich zu sein. Ein total entspannter Usbeke ist uns gleich mit unserem Teil nachgerannt gekommen. Der sieht sowas offenbar öfters.

...ja, so reduzieren wir nach und nach Gewicht...

Was wir damit sagen wollen: Usbekistan ist das Land der furchtbaren Straßenverhältnisse. Auch der imposanten antiken Bauten Zentralasiens (wie dem Registan), ja das stimmt schon, aber die Ausmaße der schlechten Straßen prägen sich dann doch mit einem gewissen rüttelnden Nachdruck ins Gedächtnis ein. Vor allem, weil die Fahrer (ja, es sind wirklich ausschließlich Männer) wie richtig irre fahren. Nach den Luxemburgern und Georgiern sind sie die schlimmsten Autofahrer, mit denen wir bis jetzt unsere Straßen teilen mussten. Nicht genug das man alleine höllisch auf die Fahrbahn achten muss, um unser Auto nicht zu schreddern, hier muss man gleichzeitig auch noch aufpassen, dass einem niemand reinfährt, weil die Usbeken scheren sich da herzlich wenig drum.

Die grandiosen Bauwerke bringen einen dafür zum Staunen, weshalb wir unsere Tagesetappe von Turkmenabat bis Samarkand über Bukhara (Buxoro) so angelegt haben, dass es sich ausgeht, in der Stadt die Zitadelle Ark und die Kalon Moschee mit dem Kalon-Minarett und der Mir-Arab-Madrasa zu besichtigen. Gerade der Poi Kalon Komplex war sehr beeindruckend und weil die Stadt relativ ruhig ist, Herbst gerade in den Innenhöfen und Gängen dieser historischen Bauwerke entspannende Ruhe. Bis auf moderat große Reisegruppen und ein paar vereinzelte Individualtouristen waren nicht viele Touristen zu sehen. Ein krasser Gegensatz zu den wuselig-wilden Straßen außerhalb der alten Mauern.
Obwohl die Zitadelle Ark als geschichtsträchtiges Bauwerk in Bukhara auch einen entsprechenden architektonischen Wert hat, kann sie mit den islamischen Bauwerken in der Stadt nur schwer mithalten. Dafür hat beherbergt sie aber ein gut aufbereitetes Museum mit hochinteressanten Sammlungen zur Stadtgeschichte. Der Ort kann nicht besser gewählt sein, war die Zitadelle doch der Sitz der Khane und Emire von Bukhara. Vor lauter Geschichtsträchtigkeit wurde Flo von einem Guide dort wegen seinem Bart mit Karl Marx verglichen. Uns (Flo ganz besonders) hat das ein genügsames Lächeln auf die Lippen gezaubert. Marx in Bukhara!

Weil wir in Bukhara auch noch die Zeit genutzt haben um durch die schattigen, engen Gässchen zu schlendern, haben wir es leider nicht mehr im Tageslicht bis Samarkand geschafft. Das war sehr mühsam, weil wenn es eins gibt, was den Verkehr und die Straßenverhältnisse in Usbekistan verschlimmert, dann ist es wohl die Dunkelheit. Deshalb sind wir wirklich froh, dass wir unser Rallylicht am Dach haben. es macht wirklich den Unterschied wenn's drauf ankommt.

Und dann Samarkand! Was für eine schöne Stadt! Und was für imposante Bauwerke! Abseits des ganzen Chaos der verrückten Straßen kann man dort in die zentralasiatische Geschichte eintauchen und neben Staub und Rumpelpiste abschalten. Das prächtige Registan Ensemble, das Herz des antiken Zentralasiens - wohl einem der bedeutendsten Plätze in der Region - besteht aus so vielen schiefen Einzelbauwerken, die alle an den Himmel und die Samarkander Geräuschkulisse angelehnt scheinen, dass man seine eigene Perspektive gehörig zurechtrücken muss: war die Region bis vor Kurzem noch ein schwarzer Fleck auf der Landkarte lernt man spätestens, wenn man im Registan steht, dass sie eigentlich voller bunter Mosaike ist. Allein die Erkenntnis, dass Timur Leng am Ende des 14. Jahrhunderts sein Weltreich von Samarkand aus gelenkt hat, ist eine Reise wert: gerade deshalb, weil man dazu sein pompöses Mausoleum besuchen muss.

Natürlich haben wir auch das Nationalgericht Plov probiert. Auch wenn es wenig kreativ scheint (es ist wirklich keine Hexerei) staunt man doch über die herzliche Inbrunst, mit der die UsbekInnen ihr Nationalgericht anpreisen. Die wesentliche Zutat scheint neben Reis also liebevolle Zubereitung zu sein und - Hand aufs Herz- das macht doch jedes Gericht unwiderstehlich. Wir habens auf jeden Fall genossen. Genauso wie alle anderen usbekischen Gerichte in den letzten paar Tagen.

Ein besonderes Highlight in Samarkand für uns haben wir aber abseits der wenig ausgelatschten Touristenpfade gefunden: den Friseurladen Gold King, wo sich Flo seinen Bart stützen und Lukas seine Haare schneiden hat lassen. Ein Friseurbesuch in einem fremden Land ist jeden wirklich ans Herz zu legen - man erlebt immer was besonderes. So auch diesmal. Was wir nicht gewusst haben, ist, dass der 1 Euro Haarschnitt am Ende eine ganz kurze Massage inkludiert, bei der sie einem alle Knochen und Knorpel von Hals bis Haarspitze knacken lassen. Dafür wenden Sie Kniffe und Griffe an, die wir noch nie gesehen haben. Haha, was für ein Erlebnis. Ganz, ganz kurz haben wir nicht gewusst, wohin das führt, wurden dann aber mit einem kräftigen Handschlag wieder in die Freiheit entlassen. Herrlich! ...diese Usbeken sind einfach ein wildes Völkchen...

Zentralasiatische Steppe: Ausreise entlang der Südroute

Weil die nahe Grenze zu Tajikistan östlich von Samarkand wegen Spannungen zwischen den zwei Staaten (keine anderen Länder in der Region haben schlechtere Beziehung zueinander als Usbekistan und Tajikistan) geschlossen ist, blieb uns nichts andres übrig als den Grenzposten entweder über Norden oder Süden zu umfahren. Wir haben uns für die 400km lange südliche Umfahrung über die Berge entschieden. Nach den absolut furchtbaren Straßenverhältnissen, auf denen wir nach Samarkand gekommen sind, waren sie nun für diese Etappe etwas besser. Außerdem kommt dazu, dass wir uns mittlerweile ein bisserl mehr an die schlechten Verhältnisse gewöhnt haben und damit einfach besser zurechtkommen.
Ein interessantes Detail am Rande ist, dass die Usbeken ihre Fahrzeuge fast ausschließlich mit Propan oder Methan betreiben, was wiederum bedeutet, dass ein anderer Kraftstoff wie Benzin oder Diesel an den Tankstellen eigentlich gar nicht existiert. Benzin kann man in Hinterhöfen und am Straßenrand am Schwarzmarkt kaufen und hat meist eine extrem schlechte Qualität. Weil wir sicher gehen wollten, dass wir unseren Motor nicht ruinieren haben wir bereits in Turkmenistan vorgesorgt und alles vollgetankt - Tank und Kanister. Der volle Tank und eine Kanisterbetanktung am Straßenrand haben uns dann auch wirklich ohne Schwarzmarkttankstellen durch Usbekistan gebracht. Unsere zwei Kanister am Dach sind übrigens ausgemustertes Bundesheergerät (danke Ossi fürs besorgen!) und einer davon stammt doch wirklich aus dem Jahr 1968! Der ist allerdings in keinem guten Zustand mehr und Lukas musste schon ein paar mal mit Hammer und Dichtmaterial ran, um ihn erstens überhaupt anständig zuzubekommen und zweitens das Tropfen zu stoppen. Mit etwas Geduld und ein paar Kniffen haben wir also nun zwei brauchbare Kanister...

Die Fahrt über die südliche Route, die über Boyson führt, war echt atemberaubend. Zuerst gings von Samarkand nach Süden über von Serpentinen durchzogene Ausläufer des Arian Shan Gebirges, die mit ihrem grünen Bäumen und kleinen Bächlein den Staub der Ebene vergessen machen. sobald man die relativ kurze Bergetappe aber hinter sich hat, erobert der Staub die Landschaft zurück. Gute 300km der Südroute sind Steppe, Sand und Staub. Man sieht wenig Vegetation, Schafherden Stein, Geröll und Staubwolken am Horizont. Die Etappe vor und hinter Boyson ist nochmal eine Bergetappe und mit ihren Felsformationen und der Straßenführung spektakulär. Das weiß anscheinend auch die lokale Polizei und das usbekische Militär und hat mit ihren zahlreichen Checkpoints in der Gegend (vl. wegen der Grenze zu Afghanistan im Süden?? - das ist allerdings noch mindestens 180km weit weg) eine Menge an Arbeitsplätzen mit guter Aussicht aber in brütender Hitze geschaffen. Unsere Daten sind dadurch mittlerweile in vielen karierten Notizblöcken verzeichnet. Aber alle sind sie nett und freundlich und wollen meistens tratschen.
Mittlerweile sind wir auch in Gegenden unterwegs, wo gar keine Touristen mehr zu sehen sind, weshalb jeder Stopp eine Horde von Locals anlockt, die freundlich fragen woher wir sind und was wir hier machen. Es gibt immer viel Handschütteln, Glückwünsche und Autobeschriften. Alles sehr nett.

Nachdem sich andere Rallyteams klarererweise auch auf die Nord- oder Südroute aufteilen müssen, haben wir nicht weit hinter Samarkand nach ein paar Tagen wieder die ersten Teams on the road gesehen. Sich zu treffen ist immer spannend. Obwohl man immer wieder neue Gesichter trifft, kennt man mittlerweile viele der anderen Teams und man tauscht die letzten News aus: wie man mit Straßenkontrollen und Polizeicheckpoints umgeht, Infos über die Route voraus, Grenzwartezeiten, Pannen von anderen oder eigene Erlebnisse - zum Plaudern gibt es immer genug. Wenn man dann endlich wieder weiterfährt gibts immer kurze Konvois, die sich meistens nach und nach wieder auflösen. Im Endeffekt hat doch jeder seine eigene Geschwindigkeit und man trifft sich ohnehin wieder entlang der Strecke.

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Planet Ashgabat im Universum Turkmenistan

Wir haben es endlich geschafft! Wir sind in Turkmenistan und damit in Zentralasien angekommen. Einfach war es ja nicht gerade, wir würden es eher eine zermürbende Odyssee der Bürokratie und Ineffizienz nennen.

 

Entnervt aber irgendwie morbid erheitert waren wir nach 101 Stunden mit den turkmenischen Zollbeamten fertig und sie mit uns sicher auch. Immerhin waren die 22 Rallyteams an der Grenze auch eine Herausforderung für die Grenzbürokratie, die dort sicher nicht alltäglich ist. Alleine die Formen und Farben der Autos müssen richtigen TurkmenInnen schon die Augen eindrücken, sind doch zum Beispiel in der Hauptstadt Ashgabat nur Einheitsfarben für Autos erlaubt. Damit sind 90% der Fahrzeuge im Land entweder weiß, grau, smaragdgrün und gold-beige. Der Grund dafür ist, dass der 2006 verstorbene Diktator Niyazov das einheitliche Bild der Stadt wahren wollte und kurzerhand Gesetze dafür erlassen lies, wie eben dieses Autofarbengesetz. Ähnlich ist auch das Gesetz, dass Hunde in Ashgabat verbietet, weil sie "schlecht riechen".

 

Trotz der Ausgangssperre im Land ab 23h abends, haben wir uns dann an diesem bereits angerissenen Tag um fünf Uhr in der Früh mutig Richtung Hauptstadt aufgemacht. Nachdem wir eine ganze Menge an Rallyteams waren, hatten wir zwei große Vorteile auf unserer Seite: Einerseits kam uns zugute, dass wir so viele waren. Das hat sich bei der einzigen Polizeikontrolle gleich hinter Turkmenbashi bewährt: Man stelle sich vor: stockfinsteren Nacht, schummrig beleuchtetes Wachhäuserl im Nirgendwo, kleiner dicker Beamter mit einer viel zu großen Tellerkappe und davor 22 kleine Fahrzeuge aus Europa. Nachdem besagter Beamter fünf Namen aufgenommen hat, wurde es im zu viel und er hat die Aufnahme der Daten mit der Begründung, es seien ihm zu viele Personen, gleich ganz sein lassen. Faktor Menge also. Andererseits scheint unsere Auffälligkeit alle aufs Äußerste zu verwirren und bevor uns jemand reinwinken kann, sind wir schon durch die Checkpoints durch. In dem Fall also der Überraschungsfaktor.

 

Cookie kam so übrigens in den Genuss den Konvoi an ca. 15 Rally-Fahrzeugen über turkmenische Hinterlandstraßen Richtung Ashgabat in den Sonnenaufgang hinein anzuführen. Als die Sonne dann die Umgebung um uns herum beleuchtete, haben wir auch gesehen wo wir uns denn eigentlich befinden: karge Landschaft links und rechts von uns. Sand, Dünen, Stein, hin und wieder kleine Sträucher. Im Süden von uns erstreckte sich bis nahezu entlang der gesamten Strecke das Kopet-Dag Gebirge, welches die Grenze zum Iran bildet, in den Norden breitete sich entlang der Straße die endlose turkmenische Ebene aus in der man ganz selten sogar ein paar grüne Tupfer an Vegetation erspähen kann.

Aus Europa kommend war es bei Tagesanbruch faszinierend zu sehen, wie unglaublich verändert die Landschaft nun ist. Selbst wenn Aserbaidschan gewissermaßen schon einen Bruch zum grünen und gebirgigen Georgien darstelle, war der Bruch in Turkmenistan nochmal gewaltiger. Hier ist größtenteils einfach wirklich nix zu sehen außer Steppe und Sand. Nach einiger Zeit ist uns auch aufgefallen, dass alle Städte und Ortschaften entlang der West-Ost Hauptverbindungslinie immer etwas abseits der Straße liegen und man nie durch einen Ort fährt. Wir können uns gut vorstellen, dass das intendiert ist, um die Ortschaften keinem Durchreiseverkehr auszusetzen, der im schlimmsten Fall die Abgeschottetheit des Landes herausfordern könnte.

Im Übrigen haben die Kühe, die das Bild auf und abseits der Straße im Kaukasus geprägt haben, nun mit Kamelen getauscht, die entweder alleine über die Straßen irren oder in ganzen Karawanen zu Dutzenden die gesamte Autobahn blockieren.

 

Der große Konvoi hat sich im Laufe des Tages aufgesplittert und dank den ganzen Navigations-Apps von Flo dürfte Cookie dann einen kleinen Rumpfkonvoi anführen. Flo hat also navigiert, Lukas ist gefahren, beide waren wir vollkommen k.o. nach dem Kaspischen Geduldsspiel. Dazu hatte es noch Temperaturen von über 40 Grad, die beim Fahren einen angenehmen Fönwind erzeugen, der alles und jeden grillt. Cookie weiß gar nicht so recht wo sie denn hier gelandet ist unter den Kamelen und in einer Hitze, die ihre vier Reifen zum Schmelzen bringt, hat sie doch ihr gesamtes Leben davor im Schiort Gröbming verbracht.

Höchste Konzentration ist mittlerweile auch bei den Straßenverhältnissen (weniger beim turkmenischen Verkehr oder dem Fahrverhalten, das ist in Europa weit schlimmer) gefragt, immer wieder ist die Fahrbahn voller Schlaglöcher oder Bodenwellen. Von Turkmenbashi über Ashgabat bis nach Tejen war die Hauptverkehrsroute M37 in einem guten Zustand. Fährt man von denen aber ab, wie wir es z.B. bei den Schwefelwasserquellen von Köw Ata getan haben, hüpft und springt man über eine Rumpelpiste. Das tut man übrigens auch auf der M37 ab Tejen über Mary bis nach Turkmenabat. Schlaglöcher, Spurrinnen und Fahrbahnrisse wie im Bilderbuch machen jeden Kilometer zur Herausforderung, die die volle Aufmerksamkeit von uns beiden erfordert.

In Ashgabat sind die Straßen dafür in einem Top Zustand - Cookie ist dort so lautlos dahingeeilt, dass man uns gar nicht bemerkt hat. Es muss ja schließlich hergezeigt werden, was man hat.

Mondlandung in Ashgabat

Es kommt einem überhaupt vor, als ob sehr viel mehr in die Hauptstadt investiert wird. Das Stadt-Land Gefälle ist in Turkmenistan einfach gewaltig, besonders weil das Land arm und Ashgabat eine vollkommen überzüchtete Repräsentationsstadt ist. Der Gasreichtum Turkmenistans wird in der Hauptstadt penibelst zur Schau gestellt.

 

Alle Gebäude sind weiß, wirklich richtig weiß. Also weiß-weiß. Ashgabat ist damit sogar im Guiness- Buch der Weltrekorde vertreten, es hält nämlich den Rekord für Stadt mit den meisten Quadratmetern an weißer Marmorverkleidung an Gebäuden. Mit Goldverzierungen und Arabesken wurde auch nicht gespart, zudem ist alles so unglaublich sauber und poliert, dass einem Wien wie ein Slum vorkommt - und das ist ohne Übertreibung unser vollkommener Ernst. Es gibt eine Vielzahl an Blumenbeeten, die permanent von Armeen von GärtnerInnen in Schuss gehalten werden. Überall gibt es aufwendige Springbrunnen und Parkanlagen. Obdachlose Menschen sieht man hier nicht, wie soll es auch anders sein, Armut hat in der Repräsentation nichts verloren. Was man sonst noch nicht sehr viel sieht sind Autos im Stadtkern, besonders um die Regierungsviertel gelegten breiten Ringstraßen sind meistens leer. Geparkt wird nur auf gut versteckten Parkplätzen. Die immer perfekt geputzten Autos am Straßenrand abzustellen ist hingegen nicht vorgesehen.

 

Quasi als Tüpfelchen auf dem i ist die ganze Stadt voller überdimensionierter goldener Statuen und Monumente, wobei Statuen von Ex-Präsident Niyazov sehr beliebt sind. Deshalb gibt es wahrscheinlich auch keine Werbung in der Stadt - sie würde sich wohl mit den Goldstatuen schlagen. Gerade diese Farblosigkeit lässt die Stadt zwar außerordentlich elegant erscheinen, irritiert am Ende ob ihrer Kontrastlosigkeit aber doch gehörig.

 

In Ashgabat wirkt alles künstlich. Es ist eine surreale Stadt in der nicht mal ein Baum schief wächst. Auf einem anderen Planeten zu landen kann nicht befremdlicher sein. Alle Menschen (übrigens sind echt unglaublich wenige Menschen auf der Straße unterwegs), die einem begegnen sind makellos angezogen und alle Frauen sind geschminkt, außerdem tragen alle traditionelle Kleidung im Alltag. Ganz besonders bei den Frauen ist das der Fall. In Ashgabat sieht man eigentlich keine Frau, die nicht ein Kleid mit traditionellem Muster anhat. Männerhemden sind dafür immer gebügelt. Da fährt offenbar die Eisenbahn drüber. Selbst alle VerkäuferInnen sind durchgestylt, z.B. ist Supermarktkleidung weiß-rosa, die Uniformen der MarktverkäuferInnen hingegen sind hell-/dunkelblau, andere Supermärkte haben wiederum traditionelle Uniformen. In den Regalen von Läden und Märkten ist alles so dermaßen eingeschlichtet, sortiert und ausgerichtet, dass Lukas vor Freude schon Tränen in den Auge hatte...!

Insgesamt wirkt alles inszeniert: Supermärkte, Märkte, das spärliche Leben auf der Straße, das Frühstück im Hotel, ... jeder Fremde fühlt sich in Ashgabat wie in der Truman-Show.

 

Leider war es uns nicht möglich das alles umfassend festzuhalten und zu fotografieren. An jeder - wirklich jeder - Ecke steht ein Militär oder Polizist, der einen sofort fuchtelig (dennoch immer höflich) verjagt, sollte er eine gezückte Kamera sehen. Insbesondere Regierungsgebäude dürfen nicht fotografiert werden. Wir haben uns trotzdem Mühe gegeben und viel aus der Hüfte fotografiert - immer im richtigen Augenblick und mit einem Auge auf dem nächsten Aufpasser. Außerdem haben wir einen unschlagbaren Vorteil: der Balkon unseres Hotels schaut direkt aufs Regierungsviertel mit dezentem Pferdedenkmal im Vordergrund. Natürlich haben wir noch bevor wir die Zimmertüre geschlossen haben, ein Foto geknipst... versteht sich von selbst.

 

Hotels bzw. Unkterkünfte sind hier generell sehr speziell. Offiziell gibt es in Ashgabat nur maßlos überteuerte Hotels. Inoffiziell auch. Da uns Erfahrungsberichte von anderen, die es in inoffiziellen Gästehäusern (wo man von der Polizei vertrieben wird) und billigeren Alternativhotels (unwesentlich billiger wie unser Hotel, kein Internet oder Frühstück, dreckige Zimmer) eher abgeschreckt haben, haben wir das billigste der teuren Hotels gewählt: das Grand Turkmen Hotel. Es ist übrigens das einzige Hotel der Stadt mit Internet. Aber wen wundert das in einem Land, dass Facebook, WhatsApp und Co. gesperrt hat. Richtig, eigentlich niemanden. Im Grunde läuft die Hotelszene darauf hinaus, dass die wenigen Besucher, die es sich antun sich hierher zu verirren (ganze 8.000 Besucher schaffen es pro Jahr hierher!! 8.000!!), in die staatlichen Hotels gepfercht werden.

Ein besonderes Highlight war für uns (ok, zugegeben mehr für Lukas als für Flo) der Besuch des Ruhnama-Denkmals im Unabhängigkeitspark. Was ist die Ruhnama werden sich jetzt alle fragen? Ganz schamlos sei die Ruhnama mit Copy und Paste mit Wikipedia erklärt, weil die dort so schön zusammengefasst ist:

 

Die Ruhnama (pers: „Buch der Seele“) ist ein Buch, welches angeblich der ehemalige turkmenische Staats- und Regierungschef Saparmyrat Nyýazow selbst geschrieben hatte. Es war offiziell Pflichtlektüre für das Volk. Es erschien im September 2001 und ist eine Vermengung von Geschichte, Verhaltensregeln und Lobpreisungen auf die „Heilige Schrift“. Die Inhalte werden in den Schulen Turkmenistans unterrichtet und dienen dem Personenkult um Nyýazow. Ein zweiter Band der Ruhnama erschien im Herbst 2004.

 

Die Ruhnama war bis Ende 2006 in allen Schulen Pflichtlektüre und die enthaltene Lehre musste ein Viertel des Unterrichts ausmachen. Staatsbedienstete mussten in diesem Buch an jedem Samstag lesen. Selbst für den Führerschein und für Prüfungen in den Schulen und Hochschulen ist Wissen über den Inhalt notwendig.

 

Als Teil seines Personenkultes ließ Nyýazow 2005 ein Exemplar des Ruhnama ins Weltall befördern. Dort sollte es, eingewickelt in die Staatsflagge, für immer um die Erde kreisen. Das an der Oberstufe einer Dnepr-Rakete montierte Paket mit der COSPAR-Bezeichnung 2005-031C wird voraussichtlich im Jahr 2132 in der Erdatmosphäre verglühen.

 

Die Ruhnama wurde in 40 Sprachen übersetzt – DaimlerChrysler hatte 2003 die deutsche Übersetzung des ersten Teils vorgelegt, der zweite Teil kam von Siemens. Die Baufirma Bouygues veranlasste die französische Übersetzung die Çalık Holding die Übersetzung ins Türkische und ins Englische. Die Übersetzungen verhalfen den Firmen zu Aufträgen in Turkmenistan.

Wenn auch nur ein kleines Detail zu dem Land, stellt die Ruhnama Beschreibung Turkmenistan eigentlich sehr umfassend dar. Wie jede abgeschottete Diktatur hat es seine Absurditäten und komplexen, fast undurchsichtigen Mechanismen. Es ist etwas sehr besonderes, dass zumindest oberflächlichst beobachtet haben zu können. Selbst wenn man nur ganz leicht an der turkmenischen Lebensrealität kratzt, bekommt man doch einen interessanten Eindruck. Zum Beispiel haben wir auch ein Ruhnama-Bürogebäude gesehen, dass die Form eines aufgeschlagenen Buches hat und sowas hat man nur, wenn man den Wahnsinn wirklich an die Spitze treiben will.

In Turkmenabats billigstem Hotel

Nach einer sehr beschwerlichen Tagesetappe von Ashgabat nach Turkmenabat am 9. August, deren größte Herausforderungen die Straßenverhältnisse über 400km ab Tejen und ein korrupter Polizist in einem silbernen BMW M3, der uns nach langer mühsamer Diskussion ohne Beleg 150 US$ wegen zu schell Fahrens abgenommen hat (unser Tacho war bei den vorgeschriebenen 90 km/h festgewachsen, er war aber der festen Überzeugung, dass wir mit 110 km/h unterwegs waren), haben wir die billigste bleibe von Turkmenabat ausfindig gemacht. "Billig" ist in Turkmenistan aber ein sehr relativer Begiff. In Turkmenistan ist grundsätzlich alles teuer. Und so haben wir für ein grausliches, altes Zimmer 20 US$ bezahlt. Kaum zu glauben, aber wahr: Waschbecken herausgerissen, Duschen mit Schlauch, Klo kaputt, kein Verputz, Möbel vollkommen desolat, Betten ohne Matratze, heiß und schwül, weil das Fenster rausgefallen wäre, hätte man es zu öffnen probiert...

Ihr dürft uns hier nicht falsch verstehen, die Unterkunft selbst macht uns ja nichts aus. Mein Gott, was soll schon sein, außerdem müssten wir nach dem Pomp Ashgabats sowieso geerdet werden. Das Preis-Leistungsverhältnis daran ist das Objekt unserer Kritik!

 

Nach Turkmenabat waren wir dann am 10. August an der usbekischen Grenze, wo wir wider mal kräftig bestechen mussten. Ein Żywiec-Dosenbier, dass uns Kingas Papa mitgegeben hat und Tabakwaren gehören nun Grenzpolizisten und Soldaten von den Checkpoints vor der Grenze.

Eigentlich hätten wir vorgehabt schon am Vortag bis nach Bukhara zu fahren, leider haben die Straßenverhältnisse aber unsren Fortschritt sehr gebremst. Wie schon ein paarmal zuvor müssen wir unsere Routenkalkulationen wieder dem tatsächlichen Fortkommen anpassen. Mit schnell, schnell geht hier wirklich gar nix mehr. Allerdings haben wir ja gelernt, dass das Ansichtssache ist: wir haben von dem korrupten turkmenischen Polizisten ja gelernt, dass wir immer 110 fahren, egal wie schnell wir sind :-)

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Kaspisches Geduldsspiel

Baku liegt endlich hinter uns, ihr werdet es kaum glauben. An Bord eines turkmenischen Schiffs, der Bagtyyar, haben wir am 5. August im Sea Port Baku Richtung Turkmenbashi abgelegt.

 

Das gesamte Ausschiffen war eine unglaubliche Odyssee, die uns ans Ende unserer Geduld gebracht hat: Bereits am Mittwoch dem 2. August sind wir spätabends in Baku angekommen woraufhin wir am nächsten Morgen schnurstracks in den Hafen gefahren sind, um uns zu registrieren. Den ganzen Donnerstag haben wir dann alles bürokratische erledigt. Erst am Freitagnachmittag haben sich dann langsam die Zeichen verdichtet, dass am Abend tatsächlich eine Fähre Baku anlaufen soll. Angelegt hat diese dann tatsächlich um ca. 20.00 Uhr, woraufhin erstmal sehr langsam ihre Ladung gelöscht wurde. Erst um 03.00 Uhr morgens haben wir uns dann in Bewegung setzen können, um aufzufahren.

 

Fahrzeugcheck und Passkontrolle haben aufgrund eines vollkommen ineffizienten Systems bis 07.00 Uhr gedauert. Zu diesem Zeitpunkt haben wir schon wieder 24h im Hafen verbracht und es wäre ein leichtes gewesen das alles bereits lange vorm Auffahren zu erledigen. Leider war dem nicht so, und wir mussten uns bei der Passkontrolle mit turkmenischen und türkischen Fernfahrern matchen, damit wir auch mal drankommen. Mit Scherzen, viel Lächeln und kurzen Konversationen in Zeichensprache haben wir das auch hinbekommen, auch wenn wir schon wie Zombis ausgeschaut haben müssen. Abgewickelt wurden die knapp 70 Personen in der Warteschlange von einem Grenzbeamten, der seelenruhig mit seinem Einfingersystem alles in seinen Computer getippt und dabei immer wieder wohlwollend genickt hat.

 

Eines der anderen Rallyteams hat bei der Ausreise aber Probleme bekommen, weil sie einen armenischen Stempel im Pass hatten. Da Armenien und Aserbaidschan nach wie vor offen um Karabach kämpfen, werden Besucher des Nachbarlands vom jeweiligen Land nach wie vor beherzt abgelehnt, ein Grenzübertritt zwischen dein beiden Ländern bleibt ebenso gänzlich unmöglich.

Wie dem auch sei. Bereits todmüde haben wir es dann kurz nach sieben Uhr morgens tatsächlich auf die Fähre geschafft. Alle, die jemals ein Fahrzeug auf eine Fähre verbracht haben, würden staunen, was man in puncto Stauraum aus so einem Koloss rausholen kann. Die Einweiser auf den Unterdecks haben beim Einschlichten nicht nur ganze Arbeit geleistet und allen wartenden Fahrzeugen eine Überfahrt ermöglicht, sondern sich damit auch gleich für die heurige Tetris-Weltmeisterschaft qualifiziert. Geschlichtet wurde wirklich auf Teufel komm raus. LKWs, Autos und sogar zwei Motorräder standen Stoßstange an Stoßstange, oft quer oder hin und wieder sogar rückwärts geschlichtet im Bauch des Schiffs. Verrutschen konnte so nix. (Dementsprechend herausfordernd war es aber später nochmal was aus dem Auto zu holen. Der Weg muss dann über die Schlichtung gewählt werden, über Autos und LKWs drüber. Bei gefühlten 100 Grad Celsius im Unterdeck war ganz schön anstrengend.)

 

Einmal auf der Fähre, haben wir dann nochmal eine Steigerung der Ineffizienz beim Ticketkauf kennengelernt. Turkmenische Reisende und Fernfahrer haben sind auch hier noch mal ungeniert vorgedrängelt, mit dem Effekt, dass kurz bevor wir an der Reihe waren, vor uns alle Kabinen vergeben waren. Insgesamt sind wir dort nochmal zweieinhalb Stunden angestanden, bis wir endlich alles erledigt hatten. Das vor allem deshalb weil von den sechs Personen hinterm Schalter eigentlich nur eine gearbeitet hat, natürlich mit regelmäßigen Rauchpausen. Der Rest war mit ihren Handys beschäftigt.

 

Bis wir uns dann im Passagierraum der Bagtyyar auf den Fußboden legen könnten, um endlich todmüde einzuschlafen, haben wir über 50 Stunden (inklusive ganzer fünf Stunden Schlaf) mit Hafenbürokratie und Einschiffprozedere verbracht. ...und das reicht uns fürs erste mal. Abgefahren ist die Fähre dann um drei Uhr Nachmittags, ganze zwölf Stunden nachdem wir begonnen haben aufzufahren.

 

Die Überfahrt selbst haben wir dann fast ganz verschlafen (zwar sehr schlecht, aber immerhin ein paar Stunden Schlaf waren drinnen). Vor der Küste von Turkmenbashi wurden wir schließlich um sechs Uhr Früh durch die Ankerkette geweckt, die gelegt wurde, da wir warten mussten, bis der Hafen leer wird (nicht das viel los wäre). Angelegt haben wir erst Stunden später und das Auschecken auf der Bagtyyar war eine ähnliche Katastrophe wie tags zuvor das Einchecken. Es hat ewig gedauert und hinter der Rezeption haben die Angestellten nochmal alle Daten handschriftlich aufgenommen und - wie schon beim Einchecken - von allem Durchschriften und Kopien gemacht. Auch eine Unboarding-Gebühr wurde erhoben, die natürlich nicht gleich beim ersten Durchgang eingetrieben werden konnte - Auch hier hat man die Ineffizienz zur Regel erhoben. Letzten Endes haben wir dann um 16.30 Uhr mit Cookie von der Fähre abfahren können.

 

Ein bisserl entschädigt für diese Odyssee hat uns ein grandioser Sonnenuntergang über Aserbaidschan hinter unserem Heck und der Blick auf ein ruhiges Meer (mit aserbaidschanischen Öl- und Bohrplatformen) bei Tag und bei Nacht. Außerdem konnten wir uns diesmal auf unsren Rollmatten im Passagierraum mit Klimaanlage relativ gut erholen und hatten die Gelegenheit zur übergründlichen Katzenwäsche im Toilettenwaschbecken. Für einen Preis von 50 US$ pro Person plus 200 US$ für das Auto darf dann aber doch ein bisschen Luxus sein. :-)

Einreise auf turkmenisch

Direkt im Hafen wurden wir gleich zur turkmenischen Grenzkontrolle gebracht, wo es zuerst mal galt unser Visa zu ergattern, weil wir bis auf den Einladungsbrief ja noch keine Einreisedokumente hatten.

 

Was wir bei der turkmenischen Grenze erlebt haben ist einzigartig. In einem hochgradig abgeschotteten, restriktiven Staat mit einem massiven öffentlichen Sektor, wie eben in Turkmenistan, muss diese Arbeit erst mal geschaffenen werden. Im Fall der GrenzbeamtInnen können die turkmenischen Behörden auf folgenden ausgeklügelten Mechanismus zurückgreifen, der garantiert viele Arbeitsplätze schafft. Alles was wir folgend beschreiben haben wir genauso durchgemacht. Gedauert hat das ganze ca. von 18h abends bis 4h Früh am nächsten Tag:

  1. Abgabe Pass und Letter of Invitation
  2. Warten beim Fahrzeug
  3. Passrückgabe
  4. Betreten des Grenzgebäudes und nochmalige Passabgabe inklusive Gebühr von 69 US$ pro Person
  5. Passrückgabe mit Visa bereits eingeklebt
  6. 1. Schalter: Smalltalk und Fingerprints
  7. persönlicher Sicherheitscheck
  8. Ausfüllen eines Zollformulars
  9. 2. Schalter: Berechnung der Einreisekosten für das Fahrzeug bestehend aus Fahrzeugdesinfektionsgebühr (was nie geschehen ist), Einreise- und Transitgebühren, Kraftstoffgebühr (bezieht sich auf Anzahl der km der Transitroute), Brückenbenützungsgebühr, Dokumentenbearbeitungsgebühr und Niederschrift der Fahrzeugdetails
  10. 3. Schalter: Verifikation der Gebührenberechnung und Niederschrift der Fahrzeugdetails
  11. 1. Kassa: Bezahlung der bisherigen Gebühren (154 US$) und einer Bearbeitungsgebühr von 4 US$
  12. 1. Zollschalter: Niederschrift der Fahrzeugdetails in zweifacher Ausfertigung und Kopie derselben
  13. 2. Zollschalter: Verifikation der beim 1. Zollschalter ausgehändigten Fomulare
  14. zweites Mal 1. Zollschalter: Abgabe der Formulare
  15. Warten beim Fahrzeug
  16. 1. Parkgebührschalter: Aushändigen eines kleinen Zettels für die Einzahlung der Grenzparkgebühr und Niederschrift der Fahrzeugdetails
  17. 2. Parkgebührschalter: Abschrift des beim 1. Parkgebührschalters ausgehändigten Zettels auf einen größeren
  18. zweites Mal 1. Kassa: Einzahlen einer Parkgebühr von 12 US$ und einer Bearbeitungsgebühr von 4 US$
  19. zweites Mal 2. Parkgebürschalter: Einzahlen von einer Bearbeitungsgebühr von 4 Turkmenischen Manat ( was ein Problem ist, weil niemand - nicht mal der offizielle Wechselschalter nebenan - irgendeine Währung auf Manat wechselt. Deshalb raus zu den schlafenden Fernfahrern und illegal US$ in Manat tauschen. Danach zurück und Beabeitungsebühr bezahlen.
  20. Warten beim Fahrzeug
  21. (Glücklicherweise) Halbherzige Fahrzeugkontrolle (wohl, weil es bereits vier Uhr Morgens war)

Wir können euch sagen, dass wir im Grenzgebäude zu Zeiten das Gefühl hatten von einer versteckten Kamera gefilmt zu werden. Es war alles so unglaublich surreal, irgendwo zwischen Comedy und morbidem Wahnsinn: das dutzendfache Abschreiben der selben Details auf mehrfache Durchschriftsblöcke, die Hingabe der Beamten, die dabei keine Miene verzogen haben, dieses vollkommen unsinnige und hochbürokratische System der Zettelproduktion. Obwohl man sich wie ein Stählerner Rohling fühlt, der durch eine Produktionsstraße gepresst wird an deren Ende das fertige Produkt rauskommt, findet man das Prozedere dermaßen absurd, dass man oft nicht anders kann als herzhaft lachen. Wirklich einfach herzhaft lachen.

 

Von dem Zeitpunkt an dem wir Cookie in den Hafen von Baku gestellt haben bis zu dem Zeitpunkt, an dem unsere Reifen turkmenische Straßen berührt haben sind ganze 101 Stunden vergangen. Jede Bürokratie der Welt erblasst vor Neid und verbeugt sich vor dieser grandiosen aserbaidschanisch-turkmenischen Koproduktion.

 

In Anbetracht dieser Performance können wir nun mit einer soliden Sicherheit sagen, dass das wohl unser einziges Fährerlebnis am Kaspischen Meer bleiben dürfte. Wir hatten unseren Spaß dran und dabei wollen wir es belassen. Keine Fähre über das Kaspische Meer mehr für uns. Euch allen raten wir dasselbe.

 

So ... endlich in Turkmenistan, einem der restriktivsten Staaten der Welt. Soweit so gut.

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Off-road Tuning vom Feinsten: Cookie und ihre Gadets

Da der türkische Beamte an der georgischen Grenze dermaßen von unserer Packordnung begeistert war, ist Corinna auf die Idee gekommen, mal Cookie, ihre Gadgets und unsere Ausrüstung vorzustellen. Man merkt, dass sie eine Digital-Marketingexpertin ist. Wir halten das für eine großartige Idee und präsentieren euch mit diesem Blogpost mal unser Teammitglied auf vier Rädern und alles was sie so geladen hat.

 

Fangen wir vorne im Auto an: damit wir immer wissen, wohin es geht hat Unser IT-Guru Flo auf seinem Handy alle Offline Navigations-Apps dieser Welt installiert. Es wäre außerdem gar nicht verwunderlich, wenn er selbst die Karten vom Mond schon darauf verfügbar hätte (er hat übrigens gemeint, dass das einfacher wäre als es war, die Karten von Aserbaidschan zu besorgen!). :-)

Unser Stiftehalter ist beides, praktisch und stilvoll zugleich. Verwendet haben wir dafür Roli's Wacken-Trinkbecher. Wir wollten ja schließlich etwas cooles haben. Die Zweckentfremdung des Bechers macht ihn zwar zum Trinken dauerhaft unbenutzbar, dafür freuen wir uns aber jedesmal wenn wir ihn vor der Windschutzscheibe sehen.

Links und rechts auf der Ablage unter der Windschutzscheibe befinden sich unsere kleinen Ablageboxen für so allerlei Zeug, dass man so ansammelt auf Raststationen und Grenzübergängen.

In der rechten Box liegt ständig etwas, dass ihr alle kennt und sicher sehr schätzt: unser Tracker, der jeden Zentimeter unseres Fortkommens aufzeichnet und euch permanent informiert, wo wir uns gerade rumtreiben.

Nicht zu vergessen ist eines der wenigen serienmäßigen elektronischen Teile von Cookie, nämlich die digitale Retro-Uhr. Immer wieder schön anzusehen. Gleichzeitig ist der ganze Bereich um die Uhr unsere Kartenablage.

Links unter dem Lenkrad befindet sich unsere Lichter-Schaltzentrale. Diese ist nicht nur komfortabel zu erreichen, sondern ist auch eine wertvolle Zusatzausstattung, weil wir hiermit unsere Neblescheinwerfer, die Nebelschlussleuchte und unser Rallylicht betätigen.

Der Radio war schon im Auto, als wir es gekauft haben und ist eine richtige Aufwertung für lange Fahrten. Seine Aux- und Bluetoothfähigkeit erlauben es uns alle möglichen Geräte damit zu verbinden und gute Musik zu hören.

Eines der unersetzlichsten Gadgets ist 12 Volt DC-Verteiler. Damit laden wir während der Fahrt nicht nur unsere elektronischen Geräte über USB, sondern können auch weitere 12 Volt Geräte anschließen (z.B. unsere Kühlbox oder über einen Konverter den Laptop). Wir haben auch noch einen zweiten Verteiler im Auto, damit wir auch Geräte im hinteren Teil des Autos mit Strom versorgen können.

Die GoPro hat ihre eigene Halterung mitten auf der Ablage über der Lüftung. Hinter dem Beifahrersitz haben wir dann noch Stauraum für alle Halterungen und Befestigungsmaterialen für die GoPro angebracht.

Auch am Wolfschwenger-Einbaumöbel angebracht ist der Feuerlöscher. Damit ist er von uns beiden schnell und einfach zugänglich. Außerdem schaut er dort oben lässig aus...

Das Klemmbrett für Rechnungen ist gleich neben dem Feuerlöscher angebracht.

 

Links und rechts vom Wolfschwenger-Einbaumöbel sind die beiden Teleskop-Zeltstangen verstaut. Dort sind sie schnell und einfach zugänglich sollten wir mal die Pläne hinter dem Auto aufbauen müssen.

Dafür sind auf der Heckklappe auch schon die notwendigen Ösen zum einhaken der Pläne vorgesehen.

Unten am Maßmöbel haben wir u.a. unsere Toiletttaschen und die Campinglaterne untergebracht. Das hat sich bisher als extrem praktisch erwiesen, weil man alles so schnell herunternehmen kann und somit Teile nicht andauernd im Auto suchen muss.

Das Wolfschwenger-Einbaumöbel selbst ist das Prunkstück in Cookies Interieur. Es wurde von der Tischlerei Modul-Möbel Wolfschwenger maßgefertigt, damit wir unsere Kleidung staubsicher verstauende können. Unser "Schrank" hat bis jetzt schon sehr viel Bewunderung von allen, die es gesehen haben, geerntet: andere Rallyer, Fernfahrer aller Herrenländer, Dorfbewohner, Grenzbeamte und alle, die wir bisher sonst noch so getroffen haben.

Oben am Dach haben wir auf unserem Deluxe-Dachträger Campingausrüstung im wasserdichten Seesack, Brauchwasserkanister, einen von zwei Ersatzreifen und die zwei Benzinkanister verzurrt. Hält alles bombenfest, auch bei den wilden Straßenverhältnissen.

Gleich unter dem Dachträger hat uns unsere Werkstatt Past & Bernhardt das Rallylicht verbaut. Das haben wir euch ohnehin schon in einem eigenen Beitrag vorgestellt.

Ein weiteres Meisterwerk unserer Werkstatt Past & Bernhard ist der vom Chef persönlich konstruierte Unterbodenschutz. Mittlerweile hat er uns schon zweimal gerettet, u.a. haben wir damit einmal ein ganzes Asphaltstück ausgeschlagen. Das dazugehörige Schlagloch haben wir übersehen und ohne den Schutz hätte wohl unsere Ölwanne dran geglaubt.

Wie schon erwähnt, hat unser Kofferraum aufgrund seiner Ordnung schon neidvolle Blicke geerntet. Das "Süper, süper neat" des türkischen Beamten ist uns unvergesslich. Auch die Beamten an der Grenze zu Aserbaidschan waren sichtlich beeindruckt. Andere Rally-Teams sagen uns immer wieder, dass wir das am besten organisierte Team sind...

Hinter der Ordnung verbirgt sich auch einiges: Neben unseren zwei winzigen privaten Kisten besteht eigentlich alles aus Ausrüstung: Werkzeug, Medizin, Campingzubehör, Kochen, etc... Auch für kurze Kühlungen haben wir mit einer elektrischen Kühlbox vorgesorgt.

Was haben wir sind son so alles mit? Eine Fotoausrüstung, Drohne, Navigationssatz mit Karten von Freytag & Berndt und noch so einiges mehr.

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Ach du liebes Aserbaidschan!

Wir haben Tiflis bereits verlassen und uns auf den Weg nach Baku gemacht. Was wie eine beschwerliche Tagesetappe aussah, war im Endeffekt weniger dramatisch, weil die Hauptverkehrsverbindungen Aserbaidschans in einem überraschend guten Zustand sind. Der Grund dafür ist wohl, dass das Land in den letzten zwei Jahrzehnten einen Ölboom erlebte, der so nicht nur Investitionen in die Infrastruktur ermöglichte, sondern viel an alter Bausubstanz verschwinden lies.

 

Der Weg nach Baku war dafür aber von neuen Erlebnissen gespickt: wir haben unsere ersten Polizeikontrollen hinter uns! Man muss aber dazu sagen, dass die sehr willkürlich sind hier. Man wird einfach reingewunken, egal wie man fährt oder wie das Auto aussieht. Ob unauffälliger Lada mit moderater Geschwindigkeit, 60 Jahre alte LKWs, oder Mercedes mit massiv überhöhter Geschwindigkeit. Alle kommen dran... und wir in dem Fall eben auch. In weißer Voraussicht haben wir genau für diesen Fall Tabakwaren und Alkoholika gebunkert und die kamen dann auch gleich zum Einsatz um den Polizisten mal gehörig zu Schmieren. Interessant zu sehen war, dass Polizisten, die alleine sind enorm frech sind, weil sie tun und lassen können, was sie wollen. Wenn sie aber zu zweit oder gar zu dritt sind, dann checken Sie einfach nur die Dokumente. Unglaublich freundlich sind sie alle, selbst wenn sie dein Geld oder deine Zigaretten wollen. Außerdem lieben sie alle Cookie, weil sie so schön bunt ist.

Ganz beliebt war Cookie auch bei den Beamten an der aserbaidschanischen Grenze. Die haben das Auto gar nicht kontrolliert, aber sie waren dermaßen interessiert dran, dass sie alles anschauen und sehen wollten (wir hoffen das bleibt so). Flo wurde dort gefragt, wieviele Kameras wir mithaben und er hat gesagt, dass wir drei Kameras mithaben und fragte gleich, ob das denn ein Problem sei. Der Border Guard war aber total gechillt und hat nur gemeint: "No, no. No problem! Impressive!" Als sie dann noch angefangen haben das Auto zu beschriften, haben wir das enorm charmant gefunden und das Eis zwischen uns und den Grenzlern war endgültig gebrochen!

 

Gerne haben uns auch Fernfahrer, insbesondere iranische. Die wollen immer Fotos mit uns machen und den Fahrersitz von Cookie ausprobieren. Dafür bekommen wir dann kühles, frisches Obst von ihrer Fracht :-) Nektarinen für Cookie Foto hat sich bewährt...!

Wesentlich profitiert von dem oben erwähnten Ölboom hat Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans. Und das sieht man auch an jeder Ecke. Die Stadt wirkt wie eine Retortenstadt, obwohl man auch noch alte Bausubstanz sieht, besonders außerhalb des Zentrums. Das Zentrum selbst ist extrem künstlich und erinnert an die Städten am arabischen Golf oder etwa an das Regierungsviertel von Beirut. Was hier zählt ist Geld und jeder der es hat, stellt es ungeniert zur Schau. Eine solche Dichte an dicken Autos sieht man nicht oft. Sehr beliebt sind wuchtige Infinity, Lexus und Mercedes. BMWs unter der 7er-Reihe sind quasi nicht existent. Cookie könnten wir bei all diesen Autos im Kofferraum parken.

Wie dem auch sei. Weil sie so künstlich ist, ist die Stadt eigentlich sehr unsympathisch und die vielen Hugo Boss und Lacoste-Läden machen das auch nicht viel besser. Auch Einheimische sind nicht unbedingt Baku-Fans. Sie beklagen sich über die Geschichte des Landes, die unter der Künstlichkeit der Hauptstadt verschwindet.

 

Wie aufgesetzt alles hier scheint, stellt sich auch an der Tatsache dar, dass die Stadt eine eigene Formel 1 Rennstrecke hat, die den Hafen entlang führt. Die Boxenstraße ist permanent aufgebaut und fügt sich zwischen Hilton Hotel und irgendein fettes Regierungsgebäude ein. Casual Baku. Die Rennstrecke passt aber auch deshalb perfekt ins Stadtbild, weil die Stadt einfach vollkommen für den Autoverkehr ausgelegt ist: breite Straßen, sehr wenige Fußübergänge, laaange Wartezeiten sollte man die Straße queren wollen und andere Annehmlichkeiten. Es ist wirklich keine Stadt zum Bummeln, das könnt ihr uns glauben.

Neben dem Straßenüberqueren schenkt man sich in Baku am besten auch noch das Einschiffen im Hafen, egal wohin man schippern will. Etwas unbeschreiblicheres als die Vorgänge in dem Hafen erlebt man nur selten und das ist auch gut so. Sehr gut. Leider weiß man das alles erst hinterher.

 

Einschiffen besteht aus mehreren bürokratischen Schritten. Zuerst muss man sich in einem Hafenbuch registrieren, dann mit dem Zollchef sprechen und ihm irgendwelche Zettel geben. Danach muss man in einem unscheinbaren Container die Boarding Fee bezahlen. Erst wenn man das alles erledigt hat, könnte man ein Fährticket kaufen.

 

Soweit klingt das ja alles noch halbwegs ok, aber here's the catch: alleine um das herauszufinden braucht man einen knappen Tag. Es wird einfach nichts erklärt oder beschrieben und jede Info, die man bekommt, ist zu 90% falsch. Dazu kommt, dass die Angestellten keine Bürozeiten haben, sondern kommen und gehen, wann sie wollen. Ein ansehnliches Beispiel dazu: das Zollbüro hätte um 11.00 Uhr offen haben sollen, dann um 14.00, dann um 18.00. Gekommen ist er dann um 17.30 und wieder um 20.00. Der Boarding Fee Container Chef ist überhaupt erst um 23.00 Uhr gekommen.

 

Unterm Strich heißt das, dass man den Hafen praktisch nie verlassen kann, weil immer jemand kommen könnte, und man etwas essentielles verpassen könnte. Das gute dran ist, dass Baku eh nicht so eine tolle Stadt zum besichtigen ist. Ja, genau, das ist wirklich das positivste, das man dem Einschiffen in Baku abgewinnen kann, vor allem auch deshalb, weil man zu keinem Zeitpunkt eine Ahnung hat, wann eigentlich ein Schiff anlegt. So brütet man also in einer stinkenden, glühenden Ölstadt im Hafen dahin und schleppt sich gelegentlich in ein Lokal um was kühles zu trinken - aber nicht zulange, weil man könnte ja was verpassen. Und brütet. Und brütet.

 

Und brütet.

 

Zum Brüten dazu gehört auch das wilde Geschwirr an Gerüchten und Falschinfos über Büroöffnungs- und Fähranlegezeiten. Nachdem am Hafen mindestens zehn andere Teams feststeckten, vervielfachen sich die verwirrenden - und meistens falschen - Infos wie ein Lauffeuer. Die Temperatur dafür würde ja schon mal stimmen.

 

Uns bleibt also nichts anders übrig, als geduldig weiterzubrüten in diesem schräg-faszinierenden und verwirrend-zermürbenden Chaos.

Aber für Uncle Edi und Pete habe ich in diesem Chaos was gefunden: ein Rally-Team aus Dallas, Texas. Unbelievable but true!

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Georgien wie es leibt und lebt

Wie ihr ja wisst, sind wir gestern sehr spät in Georgien angekommen. Mittlerweile haben wir Berge über- und Täler durchquert und die Hauptstadt Tiflis erreicht, wo wir heute nicht nur CARE International in the Caucasus besucht haben, sondern auch noch einen kurzen Stadtspaziergang untergebracht haben.

 

Bevor wir gestern aus Batumi aufgebrochen sind, haben wir uns noch von unserem dortigen Host - Mevludi - verabschiedet. Nachdem er uns am Vorabend bereits bei der Ankunft seinen hausgebrannten Wodka und Gemüse aus dem eigenen Garten aufgetischt hat (soviel, dass wie beide mal durch die schmalen Lattenrostbretter unserer Betten durchgebrochen sind), hat er zum Abschied sogar noch drauf bestanden Cookie zu waschen. Danke Mevludi!

Die gestrige Fahrt nach Tiflis hat zwar den ganzen Tag gedauert, obwohl es gar nicht sehr weit von Batumi entfernt ist. Gesehen haben wir deshalb sehr viel. Etwas, dass sofort ins Auge sticht, sind die Kühe auf Georgiens Straßen. Offenbar lieben Kühe hier den Straßenrand, auch Brückenbankette scheinen sehr beliebt zu sein. Gelegentlich haben sie dann das Bedürfnis die Straßenseite zu wechseln, was sie dann auch ungeachtet der Verkehrslawinen tun. Insgesamt machen die Kühe damit den georgischen Verkehr aber nur unwesentlich gefährlicher, denn darin sind die Autofahrer selbst schon sehr gut. Auf Georgiens Straßen geht es deshalb recht wild zu und durch riskante Überholmanöver passieren dann immer wieder Unfälle, meistens Blechschäden. Die widerum fallen aber nicht weiter auf, weil Georgier Unmengen an Unfallautos aus den USA und Asien importieren, hier zusammenflicken und wieder fahrtauglich macht. Dadurch kommen einem permanent Autos mit fehlenden Karosserieteilen entgegen. Wie ihr seht scheint in Georgien also alles im Fluss zu sein.

 

Landschaftlich ist Georgien nicht nur interessant, weil es einen angenehmen Mix aus Sowjet-Nostalgie und Naturschönheit bietet, sondern sich die Straßenverhältnisse von Kilometer zu Kilometer abwechseln: Das Gesamtbaket beinhaltet enge Bergstraßenserpentinen, breite, kerzengerade Autobahnen und Dorfstraßen gespickt mit massiven Schlaglöchern.

Als wir gestern in Tiflis angekommen sind, haben wir bei einer Bekannten von uns Unterschlupf bekommen. Julia wohnt in einer sehr schönen sehr zentral gelegenen Wohnung und hat sogar einen luxuriösen Tiefgaragenplatz für Cookie, die jetzt gerade ein paar Stockwerke unter uns chilled und sich für die anstehenden Etappen erholt. Julia hat uns dann auch gestern auch noch ein spitzenmäßiges Restaurant gezeigt, in dem wir georgische Köstlichkeiten aufgetischt bekommen haben.Tiflis ist eine geniale Stadt, die uns außerordentlich gut gefällt. Einige sowjetische Prunkbauten, die neben baufälligen Altstadthäusern und ein paar absurden Glaspalästen das Stadtbild prägen, haben es uns besonders angetan. Die Stadt mit ihren vielen Brücken, dem Fluss und den alten - teils sehr schön erhaltenen Gebäuden - erinnert irgendwie an Rom mit Trastevere, und alle die Rom nett finden, werden mit Sicherheit auch an Tiflis gefallen finden. Sehenswürdigkeiten gibt es jedenfalls genug. Der Charme der Stadt drückt sich zudem auch noch durch seine viele Straßen-Flohmärkte aus, auf denen man ganz tolle alte sowjetische Gebrauchsgegenstände und Antiquitäten erstehen kann.

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Besuch im CARE Büro in Tiflis

Kaum in Tiflis angekommen, haben wir heute das Büro von CARE International in the Caucasus besucht. Von diesem Büro aus wickelt CARE Projekte im gesamten Kaukasus, also neben Georgien auch in Aserbaidschan und in Armenien ab.


Nachdem wir Cookie bei extremer Sommerhitze durch den unübersichtlichen Tifliser Verkehr (das Bild von dem vollkommen übertriebenen mehrstöckigen Kreisverkehr unten sagt mehr als 1.000 Worte) zum Regionalbüro navigiert haben, würden wir nicht nur von der anwesenden Belegschaft sehr freundlich empfangen, sondern haben mit dem Leiter, George Glonti, ein extrem interessantes Gespräch über Entwicklungen und Herausforderungen im Land und der Region geführt. Im Zuge des Gesprächs haben wir auch gelernt, wie CARE International in the Caucasus diesen Herausforderungen begegnet und welche gesamtheitlichen Entwicklungsinitiativen gesetzt werden. Nach dem Kennenlernen und dem Fotoshooting ging sich sogar noch ein gemeinsames Mittagessen in einem nahegelegenen Lokal aus.
Ganz besonders wollen wir uns bei Katie Kartvelishvili  von CARE Tiflis und Sonja Tomandl von CARE Wien für die Koordination unseres Besuchs bedanken!
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Immer entlang der Schwarzmeerküste in den Kaukasus rein

Also liebe Leute, bevor wir euch die neuesten Updates geben (und es sind verdammt viele - die Reise wird immer besser, je mehr wir in den Osten vordringen), wollen wir euch noch ein letztes Restüberbleibsel an Eindrücken von Europas Autobahnen mit euch teilen, weil wir im letzten post drauf vergessen haben:
Wir konnten uns des Eindrucks nicht verwehren, dass jedesmal, wenn wir zum Überholen auf die linke Spur wechselten, hinter uns anscheineind ein Audi- oder BMW-Drängler geboren wurde. Nach gründlicher empirsicher Prüfung lässt sich mit relativer Sicherheit sagen, dass dieses Phänomen zwar leicht nach Asien reinstrahlt, sein Epizentrum aber dennoch in Europa zu finden ist. So viele BMWs, Audis und gelegentliche Mercedes, die uns in den letzten zwei Wochen in Europa aufgefahren sind, sieht man normalerweise in einem ganzen Autofahrerleben nicht an seinem Heck kleben. Und weil diese nervösen BMW- und Audi-Fahrer ständig so gestresst mit ihrer Lichthupe arbeiten müssen, haben wir einen Vorschlag für die Münchner und Ingolstädter Autobauer: Warum nicht einen automatischen Lichthupensensor einbauen, der langsamere Autos erkennt und dann voll automatisiert die Lichthupe auslöst? Das würde den geschundenen Dränglern sehr viel Arbeit abnehmen!

Aber nun zu den wirklich interessanten News: Wir sind in Georgien! Nach 2,45 Stunden Wartezeit an der Grenze bei Sarp/Türkei sind wir sehr spät in Batumi an der georgischen Schwarzmeerküste angekommen. Sehr spät auch deshalb, weil wir mittlerweile zwei Stunden Zeitverscheibung nach vorne haben.

Bevor wir die Grenze erreicht haben haben wir heute Morgen Samsun verlassen und sind an der türkischen Schwarzmeerküste entlang gefahren. Die Küste ist wider Erwarten eigentlich gar nicht so ansehnlich. Die vierspurige Schnellstraße zieht sich über hunderte Kilometer direkt am Meer dahin, womit nicht viel Platz für das "Küstengefühl" bleibt, das wir erwartet haben. Ab ca. der Hälfte der Strecke ist eigentlich nichts mehr wirklich nett Erst kurz vor der georgischen Grenze wird das Landschaftsbild wieder etwas netter. Dieser Küstenabschnitt ist ein von Industrie, riesigen Wohnsiedlungen und Autobahnen durchzogener Teil der Türkei, der dazu noch mit einer ganz beträchtlichen Menge an Erdogan-Plakaten gespickt ist. Überrascht waren wir auch, als wir eine Erdogan Universität neben der Straße entdeckt haben. Die Leute sind aber sehr nett - ob beim Fahren, an Ampeln, beim Teetrinken oder Abendessen, überall wird man angelächelt und ausgefragt.
Auch unsere Cookie erregt ja schon alleine immer wieder Aufmerksamkeit: Als wir kurz vor der georgischen Grenze gesnackt haben, hat es nicht lange gebraucht bis Koch, Kellner und Restaurantbesitzer Cookie am Parkplatz bewundernd inspiziert haben.

Gleich nach dem Abendsnack waren wir dann auch schnell an der Grenze. Eine sehr lebhafte Angelegenheit, das können wir euch sagen. Hunderte Menschen warten auf Anschlussbusse. LKWs stauen sich bereits 15km vor der Grenze und dazu kommen dann noch die vielen Autos die gerne nach Georgien wollen. Alles in allem endet das in einem geordneten Chaos, das irgendwie funktioniert. Es dauert halt alles nur etwas.
Übrigens haben wir an der Grenze zwei andere Teams getroffen, eines aus Schottland mit einem Vauxhall Corsa und eines aus England mit zwei Suzuki Jimnys'. Wir haben die Gelegenheit gleich genutzt um Routenplanungsdetails, Erlebnisse und Insights auszutauschen.

Bei den Grenzkontrollen haben wir durch unsere Packordnung im Auto Lobeshymnen der Grenzbeamten geerntet und durften dann auch gleich weiterfahren. Ein Beamter hat, als er die geschlichteten IKEA-Kisten im Kofferraum gesehen hat, nur so geschaut und gemeint: "Süper, süper! Neat!" und uns gleich durchgewunken. Das wir ungläubige Blicke ernten, wenn wir auf die Frage wo wir denn hinwollen mit "nach Sibirien" antworten, schockt uns mittlerweile gar nicht mehr, sondern amüsiert uns mittlerweile nur mehr. Wir haben uns schnell an die verwirrten Reaktionen auf die Antwort gewöhnt.

Nun sind wir in Georgien und die Straßenverhältnisse werden gravierend schlechter. Auf den ersten 16km von der Grenze bis in die Innenstadt von Batumi haben wir schon Schlaglöcher gesehen, die tiefer waren, als alles, was wir bisher erlebt haben. Nachdem das noch eine der guten Straßen im Land sein soll, sind wir schon gespannt (und gebannt) was bei der Fahrt nach Tiflis auf uns zukommt. Besser wird es ja wahrscheinlich nimmer werden, je weiter wir nach Osten kommen. Aber bald hat das Kilometer machen ja ein Ende und wir können uns mehr Zeit für so etwas nehmen.

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Staus, Drängler und Grenzkontrollen zwischen Voralpenland und dem Bosporus

Ihr werdet es kaum glauben, aber wir sind mittlerweile Mitten im asiatischen Teil der Türkei unterwegs und Europa liegt schon recht weit hinter uns. Mit zwei recht anstrengenden und fordernden Fahrtagen haben wir es am Freitagabendabend bis knapp hinter Istanbul - in ein grausliches, von Autobbahnen und Fabriken durchzogenes Industriegebeit - geschafft. Deshalb haben wir in den letzten Tagen auch nur recht wenig Zeit gehabt zu schreiben. Die Devise war viel mehr: Kilometer machen - und das haben wir auch gut hinbekommen.

Ungarn

Nachdem unsere Werkstätte Past & Bernhard Cookie am Mittwoch wieder zusammengesetzt hat (die in Wien ausgewechselten Teile fahren nun am Dach mit), haben wir uns entschlossen noch am selben Tag zumindest bis Budapest zu fahren, wo wir dann um 23.30 angekommen sind. Donnerstag konnten wir deshalb schon sehr früh starten, um dann aber schon um neun Uhr früh in einen 4,5 Stunden langen Stau bei der Ausreise aus Ungarn zu stehen. Es ist wirklich sehr merkwürdig, aber die Ungarn haben anscheineind nichts besseres zu tun, als bei der Ausreise so gründlich zu kontrollieren, dass sie im Nu einen unsinnigen Ausreisestau produzieren. Die Einreise nach Serbien dauerte dafür dann aber nur 10 min. Beim besten Willen ist uns nicht ganz klar, warum die Ungarn so daran interessiert sind, wer ihr Land verlässt (??).

Serbien

Nach der ersten Stärkung des Tages - einem erfrühten Abendessen (Cevapi und Kupus Salata!) in Novi Sad gings dann inmitten der gesamten Balkan- und Tükei-Sommmerreisendendiaspora immer weiter Richtung Süden. Es ist wirklich erstaunlich, aber es scheint, dass man sich ab Serbien nur mehr unter Mödlinger, Wiener, Tiroler und bunt gemischten deutschen Autos bewegt, die alle ihren Sommeraurlaub in der südlichen Heimat verbringen. Zuweilen sieht man mehr österreichische Kennzeichen, als im Sommerstau auf der Tangente zwischen Favoriten und Hirschstätten.

Bulgarien

Sehr spät (es war schon 01.30 Freitag in der Nacht) haben wir dann todmüde Sofia erreicht, wo wir durch eine Bekannte von uns eine superfeine, zentral gelegene, leerstehende Wohnung zum Ausschlafen benutzen durften. (Danke Mila - das war echt super!) Sofia selbst ist eine interessant Stadt. Ja, jeder der Sofia kennt, wird jetzt behaupten, dass sie langweilig sei. Das ist zwar nur schwer zu bestreiten, aber genau das macht irgendwie ihren Reiz aus. Es gibt eigentlich keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten, aber dafür scheint das Stadtbild irgendwo in den 1960ern stecken geblieben zu sein, was durchaus ansprechend wirkt. In einem Wohnbau in Sofia fühlt man sich gleich mal wie ein Dissident, der in einer falschen Zeit gefangen ist. Anachronistisch schreitet man dann auch durch die mit Bäumen begrünten verfallenen Innenstadtgassen. Irgendiwe genial.

Vollfit und ausgeschlafen sind wir dann Freitag gegen Mittag auch Ruck-Zuck an der türkischen Grenze gewesen nachdem wir Sofia verlassen haben. Durch Bulgarien zu cruisen hat uns dabei sehr beeindruckt: Es ist ein extrem grünes und gleichzeitig riesiges Land, dass zudem unglaublich dünn besiedelt ist. Landschaftlich ist es dazu noch ziemlich ansprechend, weil man in den ausgedehnte Becken sehr weit ins Land hineinschauen kann. Die Sonnenblumenfelder Frankreichs verblassen gegen jene in Bulgarien auch; die Ausmaße sind einfach gigantisch. Sonnenblumen soweit das Auge reicht. Leider haben wir davon kein Foto gemacht, um es euch zeigen zu können. Aber stellt euch einfach die gesamte Strecke zwischen Wien und Schwechat als ein Sonnenblumenfald vor, das kommt ungefähr hin.

Türkei

Die türkische Grenze war dann auch relativ schnell erledigt. Abgesehen von den Ungarn macht sich bis jetzt (!!) anscheinend niemand wirklich was aus Grenzkontrollen. Wunderbar wie sich Tagespolitik in Grenzmanagement zu übersetzen scheint. Wie dem auch sei, traurig zu beobachten war an sehr vielen Grenzen - insbesondere der türkischen -, dass sehr viele Kinder den im Stau stehenden Personen Sachen verkaufen wollen und betteln. Es ist erschreckend zu sehen, wie manche Kinder ihre Kindheit damit verbringen, betteln zu müssen - und das bei 35 Grad Celsius im Schatten, inmitten einer Blechlawine und Abgasen.

Wir waren dann Freitag recht zügig in den Vororten Istanbuls und mit gutem Gewissen können wir nun sagen, dass wir froh sind den Abendverkehr auf der Autobahn durch und um Istanbul hinter uns gelassen zu haben. Der Stau selbst, in dem wir ca. zwei Stunden verbracht haben war dabei noch das kleinere Übel. Richtig arg war der Verkehr. Man muss wirklich jeden gesunden Verstand über Bord werfen, um darin nicht verückt zu werden: Niemand blinkt; die Lichthupe wird extensiv verwendet, um nachezu alles zu signalisieren; hinten, vorne, links und rechts wird man geschnitten; fast jeder kreuzt im Stau wahllos die Spuren; manchmal kommen einem sogar Fahrzeuge entgegen; auch am Pannenstreifen wird man überholt (und das gleich mit wahnsinnig überhöhter Geschwindigkeit). Zu allem Überdruss muss man auch noch auf die Wasserverkäufer achten, die ihre zwar löbliche aber unglaublich gefährliche Geschäftstätigkeit zwischen den nicht existenten Spuren verrichten.
Wir waren dann letztendlich froh nach Routenplanung für den nächsten Tag und einem kleinen Efes um zwei Uhr früh in ein gutes Hotelbett zu fallen. (Wir waren so müde, dass wir dann am Samstag auch gleich mal eine Stunde verschlafen haben.)

 

Gestern gings dann richtig ins türkische Hinterland. Nur wenige Kilometer hinter dem Nadelöhr Istanbul nahm dann auch der Verkehr ab und es wurde alles sehr provinziell und ländlich. Wilde Schnellstraßentrassen haben uns dann über die Gebirgszüge an der Schwarzmeerküste in deren größte Stadt - Samsun - gebracht.

In der Nacht haben wir auf einem Picknickrastplatz abseits der Straße im Gebirge wild gecampt. War eigentlich sehr nett, bis auf die freilaufenden Hunde, die in der Nacht unser Zelt besichtigt und beschnüffelt haben. Übrigens hat Cookie gestern ihre ersten Offroadfahrten mit Bravour gemeistert.

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Aller guten Dinge sind drei... Anläufe

Die aufgezwungene Pause der letzten Tage hat nach dem Startchaos zwar richtig gut getan – vor allem, weil es bei unseren Lieben in Wien war -, aber einmal ist dann auch genug mit Pause.

Nachdem wir nun den zweiten technischen Breakdown innerhalb von einer Woche nun mit tatkräftiger Unterstützung unserer Werkstätte Ing. Past & Bernhardt gelöst haben, sind wir nun ENDLICH auf dem Weg Richtung Bosporus. Wir danken euch dafür Bernhards!

 

Der vermeintlich zweite Differentialschaden hat sich dann im Endeffekt als Lagerschaden im Getriebe herausgestellt und war mit fachkundigen Handgriffen und den richtigen Ersatzteilen schnell behoben. Die Ironie an der Geschichte war ja eigentlich, dass das in England getauschte Getriebe zwar in einem sehr guten Zustand ist, weil es so wenig gefahren wurde, dadurch aber auch ein Standschaden zustande gekommen ist. Und den haben wir mit dem Lagertausch nun behoben. Das Pfeifen ist allerdings nicht mehr verschwunden, sollte aber kein großes Hindernis darstellen. Aber lassen wir das Thema. Genug „tech talk“ für eineinhalb Wochen Rally.

 

Die Behebung des Pfeifens aus dem Getriebe wurde von Ing. Past & Bernhardt am Dienstag und heute:

 

Leute, vorsichtig wagen wir nun zu behaupten, dass es jetzt TATSÄCHLICH so richtig los geht. Außerdem wollen wir euch endlich Fotos und Videos von schönen Landschaften und fernen Ländern zeigen anstatt einer Fotosammlung der versammelten Autowerkstätten Europas.

Wenn unser Plan nur halbwegs aufgeht, sollten wir nun in ein paar Tagen in Georgien und Aserbaidschan sein. Let’s see… Die Richtung stimmt schon mal und aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei - in unsrem Fall - Anläufe.

 

Außer viel Zeit, Energie und zusätzlicher Ausgaben is ja nix geschehen. Jetzt gilt es also Zeit und Kilometer aufzuholen. Das Motto lauten nun also wieder: Ulan-Ude, wir kommen!

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Ein Tag bei den Autoflederern von Gerasdorf

Sodala. Nachdem wir den Wochenstart abgewartet haben, haben wir heute richtig früh losgelegt und mit jedem einzelnen Autoverwerter in ganz Wien inkl. Umgebung und Wr. Neustadt Umgebung telefoniert. Das Ergebnis des heutigen Tages in a nutshell ist, dass wir ein Getriebe gefunden haben, wir aber trotzdem das vorhandene reparieren wollen. Laut Auskunft einiger Werkstätten und Mechaniker könnte das Problem vl. sogar nur im fünften Gang und nicht am Differential liegen. Klarheit wird uns die Werkstätte unseres Vertrauens – Ing. Past & Bernhard – wohl morgen im Laufe des Tages verschaffen.

Unsere Halb-Tagesbeschäftigung heute: ein Nachmittag bei den Autoflederern in Gerasdorf.

Wir haben sogar eine supercoole (aber leider schwer demolierte) Cookie Version gefunden. Süße Farbe aber leider keine Allrad Version.

Nach langer Überlegung haben wir sogar schon in Betracht gezogen, dass wir uns dieses Ding da unten checken, Cookie einfach aufladen und über den Pamir nach Ulan-Ude hieven.

Apropos Pamir: Die Vorboten (in Form von Schlafsäcken) haben uns schon im Gerasdorfer Falle gewunken. Stimmt uns happy.

Im Endeffekt haben wir uns für einen gemütlichen Abend mit Goldbrassen entschieden. Wir warten einfach mal, was der morgige Tag so bringt. Wenigstens mal ein gscheides Luxus-Essen - mit dem Gaskocher vorm Zelt wär das schwierig geworden.

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Auto BILD Österreich berichtet

Im Auto BILD Österreich ist unter dem Titel "Gutes tun" eine ganz kleine Glosse über uns erschienen. Danke CARE Österreich für die Presseaussendung!

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Und täglich grüßt das Differential...

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht für euch und für uns.

 

Vom Pech verfolgt, haben wir uns gestern mit einem gewaltigen Sprung von Lille/ Frankreich nach Wien katapultiert. Die 1200 km haben wir trotz elendslanger Staus, Ferienstart-Verkehrsaufkommen in Deutschland und nervigen Dränglern auf der linken Spur mit Bravour gemeistert. Um 4h in der Früh sind wir dann zuhause todmüde in unsere Betten gefallen. Das ist die gute Nachricht.

 

Die schlechte Nachricht folgte dann heute Vormittag auf dem Fuße. Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir heute Vormittag das Pfeifen im fünften Gang vom Wiener ÖAMTC checken lassen. Das Ergebnis war so wenig erfreulich wie unglaublich: Offenbar ist das neu eingebaute vordere Differential leicht schadhaft, was das Pfeifen und Brummen erklärt. Außerdem dreht sich das linke Vorderrad nicht mit - was es sollte -, was die Sache bei weitem nicht besser macht. Obwohl es eine Option wäre nur im vierten Gang zu fahren, um das Teil nicht zu sehr zu beanspruchen, wollen wir es aus sicherheitstechnischen Gründen nicht auf unser Glück ankommen lassen.

 

Also täglich grüßt das Differential: wir sind wieder mal auf der Suche nach einem Neuen. Natürlich – wie soll es anders sein - handelt es sich hier nicht nur um das am heikelsten zu beschaffende Teil, es ist zudem noch absolut essential für die Weiterfahrt.

Ziemlich demoralisiert suchen wir nun mit Hochdruck nach Lösungen (ein gebrauchtes Differential oder gleich ein ganzes Getriebe). Die solide Normalität, die wir uns gewünscht haben, lässt also noch immer auf sich warten. So wie es aussieht, werden wir die nächsten Tage in Wien festhängen und mit Ersatzteilsuche beschäftigt sein.

 

Wir halten euch am Laufenden, wie es uns dabei geht.

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That`s the way the Cookie crumbles

Gute Nachrichten!

 

Cookie ist wieder on the road und wir sind nach der inzwischen vierten Überfahrt - diesmal durch den Eurotunnel zwischen Folkstone und Calais - und einem kurzen Übernachtungsstopp in Lille schon wieder auf Belgiens Straßen unterwegs.

Nachdem wir am späten Mittwochnachmittag mit allen Teilen aus Deutschland wieder in Godstone waren, haben wir Cookie noch  abschleppen lassen. Die Pannenhilfe ist gleich mit einem riesigen Abschleppwagen gekommen und hat unser Auto raufgezogen. Der Wagen war so groß, dass Cookie drauf ein bisschen verloren gewirkt hat. Mit der Werkstatt (Just Mechanics, Crawley), vor die wir Cookie dann über Nacht geparkt haben, hatten wir bereits vorab einen Termin ausgemacht und sind dann gestern Früh - Donnerstag - auch gleich dran gekommen. Die Mechaniker von Just Mechanics haben Cookie dann am Vormittag fachgemäß operiert und ihr das gesamte mitgebrachte Getriebe (weil das vordere Differential im Getriebe ist und wir nach Auskunft von unserer Wiener Werkstätte Past & Bernhardt am besten gleich das ganze Ding tauschen sollten) und beide Antriebswellen ausgetauscht. Die Testfahrt am frühen Nachmittag hat dann ergeben: Das Auto quietscht und pfeift in der 5. zwar, aber rennt rund dahin. Im Grunde halten sich unsere Sorgen über das Pfeifkonzert in Grenzen, nur hören wir seit der jüngsten Panne genauer hin und beurteilen unwillkürlich jedes Surren.

Unsere bisherige Zwischenbilanz: Nach der wohl aufwendigsten und teuersten Panne, die wir haben konnten, sind wir wieder unterwegs und guter Dinge, dass unser Pech sich wieder in solide Normalität wandelt. Mit solider Normalität schaffen wir es nämlich sicher nach Ulan-Ude. Allerdings wissen wir jetzt, dass unser Krisenmanagment super funktioniert und wir auch auswegslos scheinende Situationen meistern können. Wir wissen aber auch, dass wir auf unsere Daheimgebliebenen - unsere Familien und Freundinnen sowie Freunde und UnterstützerInnen zählen können. Danke euch!


...und los geht`s Richtung Osten - Klappe die zweite!

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Oh my God(stone)!!!

Das Gerede unter den anderen Rallywägen in Goodwood scheint unsere Cookie dazu veranlasst haben, die Sache mit der Rally nach Südsibierien nochmal zu überdenken. Nach dem perfekten Start am Sonntagvormittag sind wir nach - bereits jetzt - legendären 80 Kilometern in South Godstone/ Blindley Heath in Surrey mit einem technischen Defekt liegen geblieben.

Nachdem wir uns weder mit dem ersten, noch dem zweiten oder einem anderen Gang mehr bewegt haben und es unter fürchterlichen und ohrenbetäubenden Krach mit einer blockierenden Vorderachse mit weniger als Schrittgeschwindigkeit gerade noch zur nächsten Ausfahrt geschafft haben, sind wir dann mit Fragezeichen und Sorgen im Gesicht vor unserer stotternden Cookie gestanden. Als erstes haben wir dann mal Warndreieck, Frustschutzbärchen von Corinna und Mariazeller Lebkuchen ausgepackt. Anscheinend hat das gleich soviel Aufmerksamkeit erregt, dass uns nicht nur eine sehr britische und furchtbar nette Anrainerin Tee mit Milch und Shortbread gebracht hat, sondern darüber hinaus noch ein Paar - Clara und Connor - mit ihrem Auto stehen geblieben ist und uns Hilfe angeboten hat. Die haben wir dann auch in Anspruch genommen.

Schnurstracks sind Clara und Connor also nachhause gefahren, haben zwei kleine Rampen und Wagenheber sowie Werkzeug geholt. So konnten wir Cookie mal genauer unter die Lupe nehmen. Noch bevor die Automobile Association (der britische ÖAMTC) mit einem Pannenfahrer eingetrofen ist, haben wir den Schaden eigentlich schon identifiziert gehabt (mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das vordere Differential). Eine große Hilfe war der Pannenfahrer im Großen und Ganzen eh nicht, er hat uns nur mit Nachdruck klar gemacht, dass er weder Erstazteile, noch eine Werkstätte hat, die das Auto am Sonntag anschaun kann. Wenn man so will, war das nach der Panne der zweite richtige Downer des Tages.

Unter herzzerreißenden Knirschen, Knacken und Krachen haben wir Cookie dann mit ca. einem km/h dann mal zum nächstgelegenen Parkplatz gebracht. Connor und Clara, die gleich daneben wohnten, haben uns dann zum nächsten local Pub gebracht und wir haben mit einem kühlen Bier (nicht Kopf wohlgemerkt) unser Krisenmanagementprogramm hochgefahren und jede einzelne Möglichkeit Cookie wieder flottzubekommen durchdacht. Insgesamt war das eine sehr ernüchternde Übung, weil jeder einzelne Lösungsansatz sehr schnell im Sand verlaufen ist. Nach einem durchwachsenen Abend in dem von Nepalesen betriebenen local Pub in South Godstone - to cut a long story short - haben wir dann keine andere Möglichkeit gehabt, als im Auto zu übernachten, was wir auch getan haben.

Am nächsten Morgen haben wir dann mit den ersten Sonnenstrahlen mit Hochdruck weiter drann gearbeitet, Cookie wieder flott zu bekommen. Sehr, sehr ernüchternd war die erkenntnisreiche Info eines Schrotthändlers mit dem wir telefoniert haben, nämlich dass der Suzuki Wagon R+ niemals in der Allrad-Version nach U.K. exportiert wurde. In Kombination mit der Tele-Pannenhilfe von der Werkstätte unseres Vertrauens in Wien - Past & Bernhardt -, die ergeben hat, dass wir genau ein Ersatzteil genau von unserem Wagon R+ Modell brauchen. Zählt man diese beiden Erkenntnisse zusammen hieß das im Klartext: Wenn wir fahren wollen, müssen wir nach Ersatzteilen in Kontinentaleuropa Ausschau halten.

Gesagt getan. Und wir sind auch relativ schnell fündig geworden. Allerdings ist unsere Allrad-Version so selten, dass es für wirklich nirgendwo allradspezifische Teile gibt und wir in ganz Europa sage und schreibe lediglich zwei (2!!) Wagon R 4WD zum Verkauf gefunden haben. Nachdem wir dann gleich einen davon (in Rastatt/ Deutschland) für uns reserviert haben, sind wir zum Gatwick Airport in der Nähe ge-Uber-t, haben uns dort über den ÖAMTC Schutzbrief einen Fiat 500S von Avis ausgeborgt, sind zur Cookie, haben das wichtigste Zeug umgeladen, sind über den Kanal nach Dünkirchen übersetzt, haben in Profondeville übernachtet (wo wir nachts um 01:30 angekommen sind) und waren am Dienstag Nachmittag bei Carbox24 in Rastatt. Während wir unterwegs waren, haben wir noch ein paar Telekonferenzen mit den Spezialisten von Past & Bernhardt geführt, die uns gesagt haben auf was wir alles schaun sollen beim Teileausbau in Deutschland.

Die Leute von Carbox24 in Rastatt haben unsere Notlage gleich erkannt und haben uns nicht nur einen Rabatt auf die Teile gegeben, sondern den dortigen (baugleichen) Wagon R sofort in die Werkstatt geholt und in einer Stunde vollkommen (!!) zerlegt, uns Getriebe inkl. Differential, Zwischengetriebe und beide Antriebswellen ausgebaut. Der deutsche Wagon R+ musst dafür allerdings sein Leben lassen und wird nun wohl weiterhin als Teilelager dienen. Obwohl es nicht ganz einfach war die ganzen Teile in den winzigen Fiat 500 zu bekommen, waren wir am späten Nachmittag schon wieder Richtung Ärmelkanal unterwegs (mit Übernachtung wieder in Belgien, knapp hinter Luxemburg) und sitzen in dem Moment gerade auf einer Fähre zurück nach England.

Wir planen Cookie heute noch zu einer Werkstätte, mit der wir schon einen Termin ausgemacht haben, schleppen zu lassen und sie dann so schnell wie möglich wieder flott zu kriegen. Wenn alles wie geplant läuft sind wir am Wochenende wieder in Wien.

Haltet uns die Daumen!

P.S.: Wir entschuldigen uns bei den Mechanikern und feinfühligen Suzuki-Liebhabern unter unseren Lesern für die grafische Darstellung von Gewalt an Automobilen! :)

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Startschuss in Goodwood

Calais liegt schon seit gestern weit hinter uns. Die Überfahrt ist super gelaufen und wir haben in den Warteschlangen beim Fährterminal erstmalig andere Mongol-Rally Teams getroffen, die auch auf dem Weg zum Goodwood Motor Curcuit waren. Auf Südenglands Autobahnen haben wir dann aber noch viele andere Teams entdeckt. Zu Übersehen sind die bunten Kleinwägen im Rally-Outfit auf der (in England) linken Spur mit maximal 110 km/h ja nicht gerade.

Richtig bunt ist es dann aber erst an der Rennstrecke selbst geworden, wo wir alle anderen Teams aus der ganzen Welt getroffen haben. Einige davon haben ihr Auto zwar schon vor Monaten online gekauft, es aber erst vor einigen Tagen in England abgeholt, da sie eine weite Anreise daran hinderte ein Auto von zuhause mitzubringen. Ein Team aus den USA hat ihr Auto überhaupt erst am Samstag Nachmittag abgeholt und ist damit direkt zum Start gefahren. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Nicht nur haben die ihr Auto gerade erst kennengelernt, sie müssen auch auf gleich mal als Rechtsfahrer in einem für sie als Automatik-verwöhnte Fahrer kompliziertem manuellen Getriebe auf der linken Straßenseite durch England kurven. Auch einige Teams aus Australien sind am Samstag zum ersten Mal in ihrem Auto gesessen.

Wir sind super in Goodwood angekommen und haben es dort gestern sehr genossen mit den anderen Rallyern zu plaudern und uns auszutauschen. Witzig ist, dass die meisten Teams sehr ähnliche Umbauten am Auto und Vorbereitungen getroffen haben: Innenumbauten jeglicher Art, Dachträger, Rally-Flutlichter, Campingausrüstung - der Standard eben. Auch ein paar andere österreichische Teams aus Vorarlberg, Salzburg und der Steiermark haben wir getroffen. Die meisten Teilnehmer kommen aber dennoch aus U.K.


Die coolsten Fahrzeuge wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten: wir haben euch Bilder davon gemacht. Von Familienurlaub bis Flitterwochen hält die Rally übrigens für so ziemlich alles her. Sehr lässig zu sehen war, dass ein russisches Team als Familie mit eine kleinen Tochter unterwegs ist oder zwei frisch verheiratete Hochzeitspaare, die die Rally als Flitterwochen machen.

Heute Vormittag gings dann auf der Rennstrecke des Goodwood Motor Curcuit aber richtig los. Mit dem Schwenken der Startfahne haben wir auch Cookie entlang des legendären Rolls-Royce (das Werk ist nur knapp daneben) Testkurses letztendlich auf die Rally eingestimmt. Bis gestern hat sie wohl gedacht, dass sie als bunt bemaltes Hippie-Auto neu geboren wurde. Heute wurde ihr aber spätestens auf den "Curbs" klar, warum wir die letzten Monate so gut auf sie geschaut haben.

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Interview von Freytag & Berndt

Wir haben unserem Unterstützer Freytag und Berndt ein Interview gegeben. Ihr könnt es hier nachlesen.

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Vive la France!

Wir durchkreuzen bereits seit zwei Tagen Frankreich, nachdem wir gestern gschmeidig von Deutschland in die "grande nation" eingefahren sind. Seit gestern Abend fahren wir übrigens etwas weniger auf Autobahnen was uns und Cookie ziemlich gut tut: Cookie entspannt ihr Fahrwerk und ihren Motor auf Frankreichs Landstraßen und wir genießen die malerischen kleinen Dörfer und Orte an der nordfranzösischen Atlantikküste in der Region Haute-de-France.

Am Weg zum Meer haben wir noch eine Pause in Verdun eingelegt. Verdun, Frankreichs historische Gedenkstätte des 1. Weltkrieges schlechthin ist ein rießiges Gebiet, dass von so dermaßen vielen Granat-Einschlägen übersät ist, dass man auch nach mehr als 100 Jahren noch immer eine von Kratern zerfurchte Landschaft vorfindet. Da wir aber die Schwere des Ortes nicht allzulange über uns schweben lassen wollten, haben wir uns dann entschlossen den Abend an der Küste zu verbringen. In Stella Plage in der Nähe von Cucq haben wir schließlich einen sehr netten Sand-Campingplatz an der imposanten Atlantikküste gefunden (seitdem ist unsere halbe Ausrüstung voller Sand - wohl ein Vorgeschmack auf Zentralasien).

Da es ja morgen dann schon mit dem Kick-off der Mongol Rally am Goodwood Motor Curcuit losgeht, haben wir nach einem entspannenden Tag heute nun einen grandiosen Platz zum Campen auf einem Hügel am Hinterland von Calais gefunden. So kochen wir nun mit Blick auf Südengland, den Ärmelkanal und Calais unser Abendessen und warten auf die Feuerwerke zum französischen Nationalfeiertag, die später über der Stadt stattfinden soll.

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First day on the road

Nach einer schweren und schönen Abfahrt sind wir nun offiziell unterwegs zur Startlinie am Goodwood Motor Curcuit in England.
Die Sorgen bezüglich der europäischen Autobahnen und der legendären Performance unserer Cookie waren gänzlich unbegründet. Schon an ersten Tag sind wir ohne Anstrengungen knapp 800 Kilometer von unserem Startpunkt in Wien bis nach Eisenberg, westlich von Mannheim, gefahren. Die Straßen sind gut - das Wetter ist wechselhaft - die deutschen Audis und BMWs sind zu schnell, wir fühlen uns aber auf der rechten Spur eh viel wohler ;)
Am Abend haben wir einen Platz auf einem Campingplatz gefunden und nach einem sehr dekanten Abendessen (Sirloin-Steak & Gemüse) nächtigen wir das erste Mal in unserem Zelt.
Morgen geht es weiter nach Frankreich.

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Es geht los! Wir sind auf dem Weg zum Start!

Wir können es noch gar nicht richtig glauben, aber nun geht es wirklich los!

Nach der sehr langen Vorbereitung sind wir heute Richtung Goodwood, Südengland aufgebrochen! Die letzten Monate, besonders die letzten zwei Wochen, waren sehr arbeitsreich und geladen mit Todos, die hinter jeder Ecke gelauert haben. Wir denken aber, dass wir so ziemlich alle bewältigt und keinen dieser Zeiträuber übersehen haben.

 

Ab sofort sind wir dann auch per GPS-Tracker verfolgbar. Seht euch unseren aktuellen Aufenthaltsort auf der dafür eingerichteten Seite an. Live-Track

 

Ganz alleine haben wir das jedoch nicht geschafft und deshalb möchten wir uns an dieser Stelle nochmal bei all unseren UnterstützerInnen bedanken:

 

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Abschiedsrunde mit Care

Über die letzten zwei Monate, in denen wir intensiv mit dem österreichischen Büro der Hilfsorganisation Care zusammengearbeitet haben, ist Cookie den MitarbeiterInnen regelrecht ans Herz gewachsen. Heute hat sich die Care Belegschaft deshlab nochmal ordentlich von Cookie verabschiedet.

Mit Luftballons und Regenschirmen wurden wir vorm Büro verabschiedet. Dabei haben uns alle nochmal ganz herzlich alles Gute für die kommenden zwei Monate gewünscht. Nach der Verabschiedung wurde Cookie von einigen Mitarbeiterinnen sogar noch kurz am Wiener Ring ausgeführt.

 

Uns hat die Verabschidung sehr gefreut und wir wollen uns an dieser Stelle nochmals für die tolle Zusammenarbeit, die breite Unterstützung - weit über die Charity-Komponente hinaus -, fürs Mut machen und mitfiebern bei Care Österreich bedanken!


Für einen wohltätigen Zweck

Dieses Projekt machen zu können, sehen wir als großes Privileg an. Deshalb liegt uns am Herzen, etwas zurückzugeben. Wir verbinden unsere Abenteuerfahrt deshlab mit einer Charity für CARE Österreich und Cool Earth. Ganz speziell ist es uns dabei ein Anliegen CARE Österreich tatkräftig bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

 

Warum machen wir das?

Weil CARE sich weltweit im Kampf gegen Hunger und Armut mit Würde und Respekt einsetzt. Die Vision von CARE von einer Welt ohne Armut, einer Welt von sozialer Gerechtigkeit und eine Welt in der die Menschen in Sicherheit leben spricht uns aus ganzem Herzen an.

 

Dazu möchten wir mit euch gemeinsamen einen Beitrag leisten. Das ist uns ein wichtiges Anliegen.

Ihr könnt euch das Charity-Projekt hier ansehen.

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Cookie bekommt ein Flutlicht

Damit wir die wilden zentralasiatischen Steppen und kurvenreichen Bergstraßen im Kaukasus ausleuchten können, hat Cookie nun noch ein Rallylicht bekommen.

Falls ihr im Sommer einen Lichtbogen am östlichen Horizont seht, dann sind das wahrscheinlich wir...  Mit stolzen 15.000 Lumen, die das Licht hergibt, könnten wir mit etwas Geschick die Ziellinie sogar schon von Wien aus ausleuchten.

 

Montiert wurde das Licht von den Profis des Familienbetriebs Ing. Past & Bernhardt GmbH, die nach den großartigen Umbauten vor ein paar Wochen nun noch ein letztes Mal vor der Abfahrt nächste Woche Hand angelegt haben. 

 

Wir bedanken uns nochmal ganz herzlich bei der Firma Ing. Past & Bernhardt GmbH für ihre tolle Betreuung, ihr Entgegenkommen und ihre Unterstützung bei den Reperaturen und Umbauten. Wir haben uns super aufgebohen gefühlt bei euch! DANKE!

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"Boxen"-Stopp bei der besten Tischlerei der Welt

Heute hat Cookie die absolute Sonderbehandlung von dem Familienunternehmen Wolfschwenger - Modul Möbel bekommen. Die ganze Familie hat mit angepackt, damit unser Auto ein maßgeschneidertes Ablagefach bekommt, das unsere Bekleidung vor Staub in Wüsten, Hochgebirgen und wilden Steppen Zentralasiens schützen wird.

 

Der Gründer, Firmenchef und Tischlermeister David Wolfschwenger hat gestern Abend höchstpersönlich Maß für eine Holzbox genommen und heute Mittag wurde diese schon verbaut.Tatkräftig dabei geholfen haben Corina, Noah und Elena - quasi die gesamte Familie.

 

Das Holzfach wertet die Funktionalität von Cookie massiv auf: Hinter den Vordersitzen montiert, bietet es direkt unter dem Dach eine Menge Stauraum für Bekleidung und verschiedene Ausrüstungsgegenstände. Gleichzeitig wird die Box der Wohl einzige Stauraum im Auto sein, der vor Staub und Dreck geschützt ist. Aus Fichte und Lärche gefertigt, können der Box weder die Gezeiten Zentralasiens noch das Wilde hin- und herschütteln der vielen tausenden Kilometer Schotterpisten, die vor uns liegen, etwas anhaben. Obendrein verbreitet die Box noch den grandiosen Duft der Naturwelt Kärntens.

Modul Möbel Wolfschwenger

Nachhaltigkeit und hochqualitative Möbel gehören zur Firmenphilosophie des Familienunternehmens Modul Möbel Wolfschwenger. Familie Wolfschwenger trifft mit ihren Modulmöbeln den Nerv der Zeit und setzt dabei komplett auf Tradition und Regionalität. Zur Website des einzigartigen Unternehmen in Kärnten geht es hier.

 

Wir sind auf jeden Fall stolz, mit einem einzigartigen Maßmöbel aus den Händen von Modul Möbel Wolfschenger bei der Mongol Rally anzutreten.